Lierenfeld

Moderner Geist in einer alten Fabrike

Früher standen in der Fabrikhalle riesige Recycling-Maschinen. Geschäftsführerin Yvonne Firdaus hat viele Ideen für dasalte Gelände.

Foto: Philipp Rose

Früher standen in der Fabrikhalle riesige Recycling-Maschinen. Geschäftsführerin Yvonne Firdaus hat viele Ideen für dasalte Gelände. Foto: Philipp Rose

Düsseldorf.   Auf dem ehemaligen Gelände von Metso Lindemann entsteht ein Coworking Space

Wohl an keinem anderen Ort Lierenfelds prallen zwei Welten so stark aufeinander wie auf dem ehemaligen Metso-Lindemann-Gelände an der Erkrather Straße 401. Verwaltungsgebäude im Backstein-Chic schmiegen sich dort an alte Werkhallen, in denen früher meterhohe tonnenschwere Maschinen ihr zuhause hatten. Im inneren jedoch schlägt das hochmoderne Herz des „Factory Campus“ – ein Coworking Space, der seit Oktober 2016 seine neue Heimat in Lierenfeld gefunden hat. Das Coworking ist eine recht neue Arbeitsform, die über das Prinzip von Bürogemeinschaften, bei dem Arbeitsräume zusammen genutzt werden, hinaus geht.

Netzwerken und Erfahrung tauschen

„Coworking beschreibt eine Arbeitsform in der kollaborativ gearbeitet wird“, erklärt Factory Campus Geschäftsführerin Yvonne Firdaus, „unterschiedliche Akteure arbeiten an einem Ort gemeinsam, obwohl sie in unterschiedlichen Firmen und Projekten arbeiten.“ Durch die Vernetzung und den Austausch der verschiedenen Mitarbeiter werden Projekte oft gemeinsam verwirklicht. Man lernt von den anderen für seine Projekte, findet eventuell Mitstreiter und kommt so effektiver und effizienter ans Ziel. Netzwerken und Erfahrungsaustausch sind deshalb ein grundlegendes Element des Coworkings – der Factory-Campus bietet dafür die Infrastruktur. Nicht nur Start-Ups und freie Mitarbeiter mieten die Büro- und Projekträume vor Ort, sondern auch Angestellte kleiner und mittelständischer Unternehmen. „Wir bieten den Leuten ein Umfeld, in dem sie kreativ und frei arbeiten können“, sagt die Geschäftsführerin.

Offenheit, Kreativität und Transparenz sind wichtige Elemente in der gemeinsamen Arbeit – diese Werte spiegeln sich auch in der Gestaltung des Factory Campus wieder. Viele der Arbeitsräume sind offen und hell gestaltet, Möbel im Landhausstil wechseln sich ab mit gemütlichen Ledersesseln und großen Sofas – in einer der acht Küchen trifft man auch auf eine alte britische Telefonzelle. Auf fast jeder der vier Etagen gibt es Möglichkeiten zu kochen, zahlreiche Sitzecken laden zum plaudern ein.

Campus soll Platz für 1500 haben

Erfahrung mit Coworking konnte Yvonne Firdaus bereits mit ihrem vorherigen Projekt, der Garage Bilk sammeln. Der Arbeitsbereich ist aber irgendwann zu klein geworden, das Campus-Projekt auf dem riesigen ehemaligen Industriegelände in Lierenfeld zu eröffnen war deshalb der logische nächste Schritt. Derzeit arbeiten 150 Personen auf dem Campus und beziehen 50 der Büros. Und obwohl alles schon irgendwie fortgeschritten und fertig aussieht, beteuert Firdaus, gerade erstmal am Anfang des Projektes zu sein.

Bis Ende 2018 soll etwa die komplette rund 20 500 Quadratmeter große Werkshalle umfunktioniert werden. „Derzeit wird die Fläche für größere Veranstaltung genutzt“, sagt Firdaus, doch bald sollen dort eine Grünanlage und Restaurants für Mitarbeiter entstehen. Zudem sollen Büro-Container in der Halle unterkommen, welche die Kapazität für Arbeitsplätze deutlich erhöhen. Das ehemalige Verwaltungsgebäude, in dem die Coworker derzeit unterkommen ist gewissermaßen die Blaupause für das größere Projekt in der Werkshalle. „Wir möchten Platz für etwa 1200 bis 1500 Leute auf dem Campus bieten“, sagt die Geschäftsführerin, der der Tatendrang deutlich aus der Stimme zu hören ist.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik