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Nachfrage nach Büro-Raum in Düsseldorf auf Rekordkurs

Archivbild: Die Firmenzentrale des  Internet-Hotelportals im Medienhafen. Der Büromarkt in Düsseldorf boomt.

Foto: Hans Blossey

Archivbild: Die Firmenzentrale des Internet-Hotelportals im Medienhafen. Der Büromarkt in Düsseldorf boomt. Foto: Hans Blossey

Düsseldorf.   2017 wurden in Düsseldorf 391.000 Quadratmeter Bürofläche vermietet – Tendenz steigend. Doch in der Innenstadt wird Raum knapp.

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Der Düsseldorfer Büromarkt hat ein starkes Jahr hinter sich – und glaubt man dem Beratungsunternehmen JLL, dann steuern die Umsätze im kommenden Jahr auf ein neues Rekordniveau zu. Mit insgesamt 391 000 Quadratmetern hat der Büromarkt sein Vorjahresergebnis von 380 000 Quadratmetern leicht verbessert. Dabei halfen vor allem vier Großbauprojekte (u.a der HSBC-Neubau in Heerdt) mit jeweils mehr als 10 000 Quadratmetern Größe. Und da derzeit „die Pipeline voll an großen Deals ist“, so Marcel Abel, Chef der Düsseldorfer JLL, sei 2018 mit einer Anmietung von 500 000 Quadratmetern zu rechnen.

Innenstadt hat Potenzial ausgereizt

Doch bald könnte das Ende der Fahnenstange erreicht sein – zumindest was den Büromarkt angeht. In der Innenstadt haben Büros ihr Potenzial praktisch schon ausgereizt: „Wenn die wenigen aktuellen Projekte abgeschlossen sind, ist die Innenstadt praktisch komplett“, bilanziert JLL-Teamleiter Martin Becker. Wenn danach Objekte in der City umgebaut werden, ist davon auszugehen, dass es sich nicht mehr um Büros handelt, sondern das Zentrum durch Wohnen und Hotels wieder stärker belebt wird.

Das hat zur Folge, dass vor allem Standorte wie der Kennedydamm oder der Medienhafen attraktiv werden. Dort wird derzeit etwa der neue Trivago-Hauptsitz gebaut, der August dieses Jahres fertiggestellt sein soll. „Auch der Seestern hat durch diese Entwicklung eine Wiederbelebung erfahren“, sagt Marcel Abel und verweist auf 40 000 Quadratmeter Bürofläche, die im vergangenen Jahr dort vermietet wurden – im Vorjahr waren es noch 17 000 Quadratmeter gewesen.

Leerstands-Quote sinkt

Auch wegen des sinkenden Leerstandes könnte es in Düsseldorf bald zu Veränderungen kommen. Denn wegen der großen Nachfrage bei gleichzeitig stagnierendem Bestand ist die Leerstandsquote von 8,1 Prozent auf 7,9 Prozent – mit weiterer Tendenz nach unten. „Bis Ende des Jahres rechnen wir mit einem weiteren Rückgang des Leerstandes auf 7,5 Prozent“, so Becker.

Düsseldorf hätte dann unter den Großstädten Deutschlands zwar immer noch den höchsten Leerstand, doch die Folge sei, dass sich mit der Zeit ein Vermietermarkt etabliere. „Bei hohen Leerständen kann sich der Mieter noch aussuchen, wo er einziehen will“, erklärt Abel. Doch mit sinkendem Leerstand steigt die Verhandlungsposition des Vermieters, durch die Konkurrenz unter den jeweiligen Mietbranchen werde das dann verschärft. Die Folge können dann steigende Preise sein, wie etwa derzeit auf den Immobilienmärkten in München und Stuttgart.

Das Geld für die Projekte kommt immer weniger von einheimischen Investoren, sondern vermehrt aus dem Ausland. Der JLL zufolge stieg 2017 der Anteil internationaler Investoren auf 59 Prozent – was deutlich über Düsseldorfs Fünf-Jahres-Schnitt von 45 Prozent liegt.

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