Stadtentwicklung

Neue Pläne für Düsseldorfs bunteste Straße

Zwischen Erkrather und Kiefernstraße will die Cube Real Estate bauen. Statt eines Hotels sollen nun ausschließlich Wohnungen entstehen.

Zwischen Erkrather und Kiefernstraße will die Cube Real Estate bauen. Statt eines Hotels sollen nun ausschließlich Wohnungen entstehen.

Foto: EndermannAndreas (end) / Ja

Düsseldorf  Investor schwebt an der Kiefernstraße in Düsseldorf nun ein Quartier mit 270 Wohneinheiten vor. Viele Details gibt es dazu aber noch nicht.

. Statt ein Hotel mit 300 Betten und Mikroapartments will die Cube Real Estate zwischen Erkrather und Kiefernstraße jetzt ein Wohnquartier bauen mit 270 Wohneinheiten. Ein breiter Mix soll dort entstehen mit öffentlich gefördertem Wohnraum für Familien, Studenten, Senioren, außerdem auch andere Wohnformen.

Nachbarschaft und Politik kippten das ursprüngliche Projekt

So steht es in einer Bauvoranfrage, die der Bezirksvertretung am Mittwoch, 26. Juni, vorgelegt wird. Die ursprünglichen Pläne hatte der Investor nach heftigen Protesten der Nachbarschaft und Politik Mitte April gekippt. „Wir haben in Gesprächen immer die Rückmeldung bekommen, dass Wohnen gewollt ist“, sagt Daniel Gabel, Sprecher von Cube Real Estate.

Viele Details zu den neuen Plänen sind aber noch nicht bekannt, da es sich erstmal um eine Bauvoranfrage handelt, selbst die genannten 270 Einheiten seien nur eine grobe Schätzung, erst wenn die Bauvoranfrage positiv beschieden sei, würde es an die Ausarbeitung gehen. Ob nun also die ebenfalls kritisierten Mikroapartments gebaut werden auf dem Areal gleich neben dem B8-Center, ist unklar.

Die Anwohner der Kiefernstraße sind weiterhin misstrauisch, „weil es auch keine Gespräche mehr gegeben hat“, sagt Tanja Arceri, die seit vielen Jahren an der Kiefernstraße wohnt, der Straße, die in den 80ern bekannt wurde durch die Hausbesetzer-Szene, die Straße, die auch heute noch anders ist also so viele andere in Düsseldorf.

Mehrfach hätte es Versuche gegeben, Kontakt aufzunehmen, „wir hätten gerne vorab einen Blick auf die Bauvoranfrage geworfen“, sagt Arceri. Doch dazu sei es nicht gekommen. Deshalb wollen viele Anwohner in die Sitzung der Bezirksvertretung kommen, „wir mobilisieren gerade“, sagt Tanja Arceri, die das Gefühl hat, dass der Investor nicht transparent ist, „so wie er es uns zugesagt hat“.

Bezirksbürgermeister wünscht sich mehr Einzelheiten

Ein paar mehr Details zum Projekt hätte sich auch Bezirksbürgermeister Uwe Wagner (SPD) gewünscht, der kürzlich noch ein Treffen hatte mit der Cube Real Estate. Er weiß auch nur das, was in den Unterlagen steht, kennt die Pläne für die Baukörper und weiß, dass der Bebauungsplan geändert werden muss, damit auf dem ausgewiesenen Sondergebiet Wohnnutzung möglich wird. „Viele Fragen sind noch offen“, sagt Wagner, der das nur begrenzt nachvollziehen kann. Der Investor habe auf die sehr fortgeschrittenen Hotel-Pläne verwiesen, die gescheitert sind, man deshalb abwarten wollte, wie die Bauvoranfrage im Gremium ankommt. „Die Pläne hätte man sich aber sparen können“, sagt Wagner, „hätte man früher mit Politik und Anwohnern gesprochen.“ Anfang Mai startete von der Kiefernstraße aus ein Protestmarsch durch die Innenstadt.

Mehr als 500 Düsseldorfer waren dem Aufruf des Aktionsbündnisses „Für eine rebellische Stadt” gefolgt und hatten für eine Entspannung auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt demonstriert und sich gegen steigende Mieten, die Wohnraumknappheit und den Bau von Hotels und hochpreisigen Wohnungen ausgesprochen.

Das Areal ist rund 6000 Quadratmeter groß

Fest steht bisher, dass ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus an der Erkrather Straße und ein viergeschossiges Mehrfamilienhaus an der Kiefernstraße entstehen soll. Geschlossen wird der Block durch einen verbindenden viergeschossigen Baukörper. Im Innenbereich dieses Verbindungsblocks sollen im Erdgeschoss die Stellplätze weiterhin für den Fachmarkt erhalten, die notwendigen Parkplätze für die Wohneinheiten in einer Tiefgarage nachgewiesen werden. 6000 Quadratmeter ist das Areal groß, das Investitionsvolumen beläuft sich auf 54 Millionen Euro. Die Cube Real Estate hat das Architekturbüro HPP aus Düsseldorf mit der Realisierung beauftragt.

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