Wehrhahnlinie

Neue U-Bahn-Rolltreppen fallen täglich 50 Mal aus

An drei neuen Bahnhöfen in Düsseldorf funktionieren die Rolltreppen nicht richtig.

Foto: Volker Hartmann

An drei neuen Bahnhöfen in Düsseldorf funktionieren die Rolltreppen nicht richtig. Foto: Volker Hartmann

Düsseldorf.  Rund 50 Mal am Tag schalten sich die Rolltreppen in drei Bahnhöfen der neuen Wehrhahnlinie ab. Betroffen sind nur die Treppen eines Herstellers.

Einen Monat nach dem Start der Wehrhahnlinie in Düsseldorf funktionieren in drei neuen U-Bahnhöfen die Rolltreppen immer noch nicht richtig. Im neu gebauten Teil der Haltestelle Heinrich-Heine-Allee sowie in den unterirdischen Bahnhöfen Kirchplatz und Schadowstraße bleiben die Treppen immer wieder stehen - nach Angaben der Rheinbahn rund 50 Mal am Tag.

"Das ist eine ziemlich unerfreuliche Bilanz", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. Insgesamt geht es um 34 Rolltreppen, die alle von der amerikanischen Firma Otis gebaut wurden - dem Weltmarktführer für Aufzüge und Rolltreppen.

Rolltreppen bleiben bei normaler Benutzung stehen

Grund für die häufigen Ausfälle sind höchstwahrscheinlich Sensoren, die den Betrieb eigentlich aus Sicherheitsgründen anhalten sollen. Das Problem: "Die Sensoren reagieren mit einer völlig überzogenen Sensibilität", wie es Schumacher beschreibt. So reicht dann teilweise der feste Tritt eines Fahrgastes oder ein kleines Steinchen aus, um den Betrieb lahmzulegen. "Die Rolltreppen bleiben bei der regulären Benutzung stehen", sagt der Rheinbahn-Sprecher.

Um die Treppen wieder ans Laufen zu bekommen, reicht es nicht aus, einen Knopf zu drücken. Denn es handelt sich dabei um eine sogenannte "verriegelte Sicherung". Das heißt: Jedes Mal muss ein Techniker anrücken, der erst alles prüft, bevor die Treppe wieder ihre Arbeit verrichten kann. Das kann laut Rheinbahn durchaus eine Stunde dauern - bei 34 potentiellen Ausfallkandidaten fast schon eine Sisyphusarbeit.

"Unsere Laune wird zunehmend schlechter"

Natürlich bleiben die Probleme bei den Rolltreppen auch den Kunden nicht verborgen - der Kundendialog der Rheinbahn bearbeitet regelmäßig Anfragen zu dem Thema. Das Verkehrsunternehmen fürchtet gar um den Ruf des Großprojektes Wehrhahnlinie. "Wir machen da Druck beim Hersteller und unsere Laune wird zunehmend schlechter", sagt Schumacher.

Nach seinen Angaben hat Hersteller Otis Techniker vor Ort und im Einsatz, die das Problem mittels Software-Update lösen wollen - bisher bis auf kleine Fortschritte offensichtlich erfolglos. Ganz billig waren die Fahrtreppen übrigens nicht: "Eine Treppe in Standardlänge kostet im Schnitt 300.000 Euro", so Schumacher. Zwischen zehn und zwölf Millionen haben die Otis-Treppen die Stadt Düsseldorf als Bauherr demnach gekostet.

Die neuen Rolltreppen von Thyssen-Krupp funktionieren

Normalerweise rollen die Treppen an den Haltestellen in der Landeshauptstadt zuverlässiger. Laut Schumacher seien alle anderen Fahrtreppen im Durchschnitt zu 98 Prozent "verfügbar". Und auch bei den neuen Haltstellen sind nicht alle Beförderungshilfen eine Daueraufgabe für die Techniker: Nach Angaben des Sprechers laufen die von Thyssen-Krupp neu eingebauten Rolltreppen problemlos.

Das Unternehmen Otis war für eine Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion am Montag nicht zu erreichen.

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