Verkehr

Neuer Radweg an der Aachener Straße schränkt Pkw ein

Der neuen Radweg an der Aachener Straße wird rund 700 Meter lang: (v.l.) Steffen Geibhardt, Ingo Pähler, Cornelia Zuschke.

Der neuen Radweg an der Aachener Straße wird rund 700 Meter lang: (v.l.) Steffen Geibhardt, Ingo Pähler, Cornelia Zuschke.

Foto: Philipp Rose

Düsseldorf.   An der Aachener Straße wird bis zum Mai ein neuer Streifen für Radfahrer gebaut – für Autos bleiben dann statt vier nur noch zwei Spuren übrig.

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Düsseldorfer Radfahrer können etwas aufatmen: Im Rahmen der Radverkehrsförderung wird nun ein wichtiges Projekt des Radhauptnetzes angegangen. Auf der Aachener Straße wird derzeit ein neuer Radweg angelegt. „Viel Strecke für nicht so viel Geld“, kommentiert Planungsdezernentin Cornelia Zuschke das Bauprojekt. Der rund 700 Meter lange Fahrradstreifen soll im Mai fertiggestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 120 000 Euro.

Verkehr wird von vier auf zwei Spuren für Pkw gekürzt

Der Radweg beginnt an der Kreuzung Kopernikusstraße/Aachener Straße und verläuft hoch bis zum Ludwig-Hammers-Platz. Der neue Weg für die Zweiräder soll auf beiden Spuren der Aachener Straße verlaufen. „Der neue Weg wird 18,5 Meter breit, hinzu kommt noch ein Sicherheitsstreifen von einem halben Meter hinzu“, sagt Ingo Pähler, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement. Der Autoverkehr läuft dann über die Straßenbahnschienen, die in der Mitte der Straße verlaufen – wird also vom vierspurigen ins zweispurige für Autofahrer verkleinert. „So wie es derzeit eigentlich auch der Fall sein sollte“, bemerkt Zuschke. Denn derzeit wird der für Radfahrer gedachte Weg durch parkende Autos – die gerne auch in zweiter Reihe zu finden sind – blockiert.

Neue Radwege sollen für mehr Sicherheit sorgen

„Der Vorschlag für den neuen Radstreifen kam aus der Bevölkerung“, sagt der städtische Fahrradbeauftragter Steffen Geibhardt. Mehrfach sollen sich Bürger beschwert haben, weil es zu Unfällen zwischen Auto- und Radfahrern kam. „Ich freue mich, dass wir mit dem Bau der Radwegeverbindung mehr Sicherheit schaffen“, sagt Zuschke. Ein ähnliches Rad-Projekt wurde Mitte 2016 auch schon an der Friedrichstraße realisiert – allerdings mit bislang zweifelhaftem Erfolg. Immer wieder kommt es auf der Friedrichstraße zu Unfällen, der Verkehr fließt zu Stoßzeiten mal zäh und manchmal gar nicht. Die Planungsdezernentin sieht die Verantwortung vor allem bei den Autofahrern: „Wer sich eine Fünf-Minuten-Ordnungswidrigkeit leistet, weil er auf dem Radweg parkt, um mal ‘kurz’ Brötchen zu holen, stört damit klar den Verkehrsablauf und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.“

Der neue Radweg an der Aachener Straße soll Parken in der zweiten Reihe verhindern. Außerdem sollen 21 Parkplätze auf der Fahrbahn wegfallen. Um den Ladeverkehr vor den Geschäften zu gewährleisten, werden von der Kopernikusstraße bis zur Karolinger Straße Parkscheinregelungen eingeführt. Zudem werden im Abstand von rund 50 Meter Ladezonen eingerichtet, die sich nach den Ladenöffnungszeiten richten. Außerhalb der Geschäftszeiten darf dort geparkt werden.

Hoffentlich erst der Anfang – ein Kommentar von Philipp Rose

Immer wieder höre ich das Argument: „Mit dem Auto komme ich einfach besser in die Stadt als mit dem Fahrrad“. Logisch, denn es gibt deutlich mehr Straßen für Autos als Radwege. Die Stadt setzt mit dem Radhauptnetz deshalb genau den richtigen Anreizpunkt – Autoverkehr eindämmen, Radverkehr erweitern.

So leid es mir auch tut, liebe Autofahrer, aber wer saubere Luft, weniger Lärm und freiere Straßen will, muss für weniger Autos auf der Straße sorgen – anders ist eine Verkehrswende nicht möglich.

Die Rechnung geht natürlich nur auf, wenn der ÖPNV deutlich günstiger wird sowie gute Verbindungen und schnellen Takt bietet. Zudem muss deutlich mehr für Car-Sharing getan werden. Die Rad-Offensive ist deshalb hoffentlich erst der Anfang.

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