Obdachlosigkeit

Mehr Notschlafstellen für Düsseldorfer Obdachlose im Winter

Niemand müsse auf der Straße schlafen, verkündete die Stadt Düsseldorf und stellte ihre Winternothilfe für Obdachlose vor.

Niemand müsse auf der Straße schlafen, verkündete die Stadt Düsseldorf und stellte ihre Winternothilfe für Obdachlose vor.

Foto: Martin Gerten / dpa

Düsseldorf.  Die Stadt hat die Angebote der Winternothilfe für Obdachlose in Düsseldorf vorgestellt. Es gibt neu eingerichtete Unterkünfte in der Stadt.

Die Stadt Düsseldorf hat am Donnerstag die Angebote der Winternothilfe für Obdachlose vorgestellt. Mit dem Beginn der kalten Jahreszeit werde das Angebot an Unterkünften erweitert, heißt es.

„Im Vergleich zu 2018 haben wir ein engeres Netz an Übernachtungsangeboten“, erklärte Stadtdirektor und Sozialdezernent Burkhard Hintzsche. „In neue Einrichtungen, wie die an der Aldekerkstraße 21-23 in Heerdt und die am Vogelsanger Weg 49 in Mörsenbroich können auch Hunde mitgebracht werden.“ In diesem Jahr beginne man früher mit der Winternothilfe.

„Statt wie im vergangenen Jahr am 15. November, beginnen wir bereits am 4. November mit den Maßnahmen“, so Hintzsche weiter. „Die Unterkünfte bleiben dann zum 15. März geöffnet und können, je nach Witterungslage auch noch länger geöffnet bleiben.“

Zentraler Standort wird bald eröffnet

Derzeit suche man auch noch weitere, zentraler gelegene Standorte. „Wir sind zuversichtlich, dass wir innerhalb der nächsten vier Wochen eine solche Stelle in Bahnhofsnähe, eröffnen können“, erklärte Hintzsche. „Außerdem wollen wir in der Altstadt eine neue Streetworkstelle einrichten, zusätzlich zu den vier bereits bestehenden. Auch das wird in den nächsten vier Wochen umgesetzt werden“, so der Sozialdezernent. Diese neue Stelle werde durch einen Träger geführt werden. Welcher das werde, sei noch nicht klar.

Um auf die Unterkünfte hinzuweisen ließ die Stadt 2000 Flyer drucken, in denen die Tagesstätten und Übernachtungsmöglichkeiten ausgewiesen werden. Die Flyer sind in vier Sprachen geschrieben. Neben Deutsch und Englisch, gibt es auch eine polnische, sowie eine rumänische Übersetzung.

Bahntickets an Obdachlose ausgeteilt

Miriam Koch, Leiterin des Migrations- und Integrationsamtes, berichtete über neu eingerichtete Unterkünfte. „Derzeit haben wir 1200 Menschen in den Unterkünften. Dazu kommen jetzt die Plätze in den Notschlafstellen“, erklärte Koch. „Der Standort an der Prinz-Georg-Straße steht derzeit nicht zur Verfügung, weswegen wir eine alternative Stelle gesucht haben“, so die Amtsleiterin weiter.

Diese Stelle am Vogelsanger Weg sei jedoch von Streetworkern kritisiert worden, da sie zu weiter außerhalb läge. „Daher haben wir über die Streetworker 200 Rheinbahntickets an Obdachlose verteilt, damit sie zu den außerhalb gelegenen Unterkünften gelangen können“, berichtete sie. „Ein weiterer Standort in der Schützenstraße, befindet sich derzeit noch im Bau. Sobald aber die untere Etage fertiggestellt ist, werden wir diese eröffnen“, sagte Koch. „So können die anderen Unterkünfte entlastet werden. Jedoch handelt es sich bei der Schützenstraße um eine Übergangsstelle, die voraussichtlich für zwei Jahre genutzt werden wird.“

Ordnungsamt weist auf Angebote hin

Angebote wie die Kältebusse des Vereins Flingern Mobil werden kommunal gefördert, so Miriam Koch. „Auch andere Anbieter dieser Kältebusse können kommunale Unterstützung erhalten, dafür müssen sie aber auf uns zukommen.“

Ordnungsdezernent Christian Zaum sagte, das Ordnungsamt sei auf die Winternothilfe vorbereitet. „Die OSD-Mitarbeiter kennen die Notschlafstellen und weisen die Obdachlosen auf die Angebote hin“, erklärte er. „Niemand muss auf der Straße schlafen“, betonte Burkhard Hintzsche abschließend. „Gerade in der kalten Jahreszeit ist das sehr gefährlich.“

Zuletzt hatte es Kritik am Umgang der Stadt Düsseldorf mit Obdachlosen gegeben. Unter der Rheinkniebrücke an der Auffahrt für Radfahrer hatte die Stadt dicke große Steine verteilt. Das Zeichen: Dort soll niemand mehr schlafen.

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