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Verdi-Klage befürchtet - Nordstraßenfest fällt erstmals aus

Symbolbild: Das Nordstraßenfest fällt in diesem Jahr erstmals nach 20 Jahren aus. Wegen des Streits um die Sonntagsöffnung. Foto/Archiv: Imago

Symbolbild: Das Nordstraßenfest fällt in diesem Jahr erstmals nach 20 Jahren aus. Wegen des Streits um die Sonntagsöffnung. Foto/Archiv: Imago

Pempelfort.   Seit etwa 20 Jahren laden die Händler der Nordstraße in Pempelfort einmal im Jahr Sonntags zu einem Fest. Doch in diesem Jahr fällt es aus.

Das Nordstraßenfest in Pempelfort hat eine lange Tradition: Seit etwa 20 Jahren lockte das Straßenfest in Kombination mit einem verkaufsoffenen Sonntag die Besucher auf die Einkaufsstraße. In diesem Jahr wird das Fest erstmals nicht stattfinden. Die Geschäftsleute befürchten, dass die Gewerkschaften erfolgreich gegen den zugehörigen verkaufsoffenen Sonntag klagen. Dieser sei allerdings ein fester Bestandteil der Veranstaltung.

„Die Vorbereitungen des Nordstraßenfestes kosten viel Zeit und Geld“, erklärt Sabine Sellier von der Werbegemeinschaft Nordstraße. Dieser Einsatz könne nur dann erbracht werden, wenn sicher sei, dass das Fest wie gewohnt stattfinden werde.

"Wir klagen nicht, weil wir die Leute ärgern wollen"

Verdi hatte in den letzten Monaten regelmäßig erfolgreich gegen Verkaufssonntage geklagt. Das Ladenöffnungsgesetz sieht in NRW vor, dass Läden an Sonntagen nur anlassbezogen eröffnen dürfen: Die Veranstaltung muss der Grund für den Besucherandrang sein, nicht die Ladenöffnungen selbst.

Die Düsseldorfer Arbeitnehmervertreter von Verdi machten im vergangenen Jahr deutlich, dass sie sämtliche geplanten Verkaufssonntage als rechtswidrig ansehen. Auch die Besucherzahlen des Nordstraßenfestes seien kein eindeutiger Anlass, um die Geschäfte zu öffnen.

Vor diesem Hintergrund entschieden sich die Ladeninhaber der Nordstraße dazu, dass das traditionelle Fest in Pempelfort in diesem Jahr nicht stattfinden soll.

Das bedauert Stephanie Peifer, die Bezirksgeschäftsführerin von Verdi: „Wir klagen nicht, weil wir die Leute ärgern wollen“, stellt sie fest. Bei den Klagen gehe es ausschließlich darum, gegen rechtswidrige Verkaufssonntage vorzugehen. Der freie Sonntag sei verfassungsrechtlich geschützt, betont sie.

Die Werbegemeinschaft Nordstraße möchte sich für die nächsten Jahre ein neues Konzept überlegen.

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