Stadtteilserie

Orte mit dem Namen Holthausen gibt’s viele in NRW

Landmarke von Holthausen: Schloss Elbroich in einer Ansicht aus dem Jahr 1938.

Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

Landmarke von Holthausen: Schloss Elbroich in einer Ansicht aus dem Jahr 1938. Foto: Stadtarchiv Düsseldorf

Düsseldorf-Holthausen.   Der Stadtteil Holthausen ist nicht einzigartig in Nordrhein-Westfalen - zumindest der Name. Der hat eine Bedeutung, die zu vielen Orten passt.

Begibt man sich auf die Suche nach den Holthausens in Deutschland, so stößt man auf einen merkwürdigen Befund: Nicht weniger als 22 Ortsteile in NRW sind so benannt, zweimal taucht der Name noch in Niedersachsen auf, dann nicht mehr. Grund: Das liegt vor allem an der Schreibweise.

Holthausen hat Henkel, Höfe, Historisches Der Familienname Holthausen ist ein sogenannter Herkunfts- und Wohnstättenname. Er setzt sich aus dem niederdeutschen Wort „Holt“ (= Holz) und dem hochdeutschen Wort „hausen“ (= wohnen) zusammen und bedeutet in etwa: Die am oder im Holze leben, also im Wald oder an einem Hain. Eine andere Deutungsvariante lautet: Die Menschen, die in Holzhäusern wohnen. Im Rest von Deutschland gibt es deswegen keine Holthausens, weil sie dort „Holzhausen“ heißen. Und davon gibt es 55 in der Bundesrepublik. Neun davon liegen ebenfalls in NRW – und hießen (meist) früher einmal Holthausen. So wie etwa das Holzhausen von Bad Salzuflen bei seiner ersten schriftlichen Erwähnung im Jahr 1306 noch unter „Holthosen“ aufgelistet wird.

Schreibweise gibt es seit 800 Jahren

Das wohl älteste dürfte das Holthausen von Herne sein. Um 910 tauchte es unter dem Namen „Holthuson“ zum ersten Mal im Heberegister der Benediktinerabtei Werden an der Ruhr auf. Um 1200 entwickelt sich der Name dann zur heutigen Schreibweise Holthausen.

Die meisten wurden allerdings in der Topographia Ducatus Montani von Erich Philipp Ploennies aus dem Jahre 1715 erstmals erfasst. Das Kartenwerk ist die älteste topografische Darstellung des gesamten Bergischen Landes und hatte zum ersten Mal alle Brücken, Wälder, Klöster, Freiheiten (historisch „minderwertige Stadt), adelige Häuser und die wichtigsten Grenzen dargestellt. Doch auch bevor sie kartographisch erfasst wurden und unabhängig davon, ob sie nun Holz- oder Holthausen hießen, haben Menschen schon in diesen Gebieten gelebt.

„Wir haben ein Holthausen?“

So fand man 2004 im Holthausen von Herne in einer engen und tief in den Felsen führenden Blätterhöhle die Skelettreste von zahlreichen Menschen. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen stammen sie aus der frühen Mittelund Jungsteinzeit. Die Funde sind 10.700 Jahre alt und repräsentieren die bisher ältesten Überreste vom anatomisch modernen Menschen im Ruhrgebiet und in Westfalen.

Alt sind sie wohl, aber wirklich groß ist keines der Holthausens. Das größte Holthausen ist der Stadtteil in Essen. Hier leben rund 16.000 Menschen. Welches das kleinste Holthausen ist, lässt sich gar nicht so leicht herausfinden. Auf die Frage an die Stadtverwaltung Bottrop, wieviele Einwohner denn ihr Stadtteil Holthausen hat, erhält man beispielsweise die Antwort „Wir haben ein Holthausen?“

Offensichtlich machen die Menschen dort ihrem Ortsteil-Namen alle Ehre und sind gut versteckt im Wald und nicht zu finden.

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