FLUGVERKEHR

Passagiere erleben bei Air Berlin eine böse Überraschung

Das portugiesische Flugzeug steht seit Rosenmontag in Düsseldorf. Gestern war der erste Einsatz nach Abu Dhabi.

Foto: Götz Middeldorf

Das portugiesische Flugzeug steht seit Rosenmontag in Düsseldorf. Gestern war der erste Einsatz nach Abu Dhabi. Foto: Götz Middeldorf

Düsseldorf.   Statt wie gebucht von Düsseldorf nach Abu Dhabi oder zurück mit Air Berlin zu fliegen, müssen sich Passagiere mit Billig-Lösung zufrieden geben.

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Tausende Passagiere der Air Berlin werden in den kommenden Tagen dumm aus der Wäsche gucken. Statt wie gebucht von Düsseldorf nach Abu Dhabi oder zurück mit Air Berlin zu fliegen, müssen sie nun in den Airbus A 330 einer portugiesischen Chartergesellschaft einsteigen. „Hi Fly“, so der Name des Unternehmens, übernimmt im März zahlreiche Flüge ins arabische Emirat.

Passagier wurden vorab nicht informiert

Die Passagiere der finanziell angeschlagenen Air Berlin wurden darüber nicht informiert. Sie hatten daher keine Chance, kurzfristig umzubuchen oder sich eine andere Gesellschaft zu suchen. Stattdessen erleben die Passagiere seit gestern eine böse Überraschung. Der Flieger mit der amtlichen portugiesischen Kennung CS-TQW wurde bereits 1999 in Dienst gestellt, ist somit mehr als 18 Jahre alt und älter als die Langstrecken-Flieger der Air Berlin-Flotte.

In Internet-Foren erhielten die Ausstattung und der Service der Maschinen von Hi Fly, die bei Engpässen von anderen Gesellschaften gechartert werden, katastrophale Bewertungen. Denn weder die Economy- noch die Business-Class entsprechen dem Standard der Flugzeuge von Air Berlin und denen ihres größten Anteilseigner Etihad.

Air Berlin: Streichung wäre die einzige Alternative

Air Berlin wirbt mit guter Bestuhlung, Monitoren an jedem Sitz, hervorragendem Bordprogramm, Internet-Möglichkeit, PC- oder Handy-Anschluss am Sitz – all’ das bietet der alte Ersatz-Flieger nicht. Und die Besatzung ist ebenfalls nicht von Air Berlin, sondern wird von Hi Fly gestellt.

Speziell die von Düsseldorf eingesetzte Maschine mit der Kennung CS-TQW, die einst bei Malaysia Airlines und Vietnam Airlines in Diensten stand, ist weltweit unterwegs, unter anderem auch für Abschiebe-Flüge von Flüchtlingen. Seit Rosenmontag ist das Flugzeug in Düsseldorf und fliegt seit Dienstag zwischen der Landeshauptstadt und Abu Dhabi hin und her.

Air Berlin bestätigte am Dienstag, dass der Hi Fly-Flieger bis 21. März von Düsseldorf aus fliegt. Aus operativen Gründen stehe kein eigenes Flugzeug zur Verfügung. Alternative wäre die Streichung der Flüge. Einen Ausgleich wird es für die betroffenen Passagiere nicht geben.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Götz Middeldorf: "Air Berlin verspielt Vertrauen!"

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