Pfarrhäuser für Flüchtlinge

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Heerdt/Niederkassel. Bevor der Appell „Neue Nachbarn“ zur Flüchtlingshilfe des Kölner Erzbischofs Rainer Maria Kardinal Woelki, den linksrheinischen Seelsorgebereich erreichte, hatten die beiden Kirchenvorstände St. Benediktus Heerdt/Lörick und St. Antonius Ober-/Niederkassel schon reagiert. Geschlossen stimmten sie Ende Oktober dafür, dass die beiden leerstehenden Pfarrhäuser in Heerdt und Niederkassel Flüchtlingen zur Verfügung gestellt werden.

Große Freude darüber beim zuständigen Pfarrer, Dechant Michael Dederichs. „Der Kardinal brauchte uns gar nicht anzuschubsen, unseren Beitrag für die Flüchtlingsarbeit zu leisten. Wir waren schneller. Schließlich können wir zwei leerstehende Häuser kurzfristig anbieten.“ Warum auch sollten sie weiter leerstehen. „Soviel Hilfsbereitschaft hätten wir in Oberkassel nicht vermutet“, sagt Heinz-Werner Schnittker, Vorsitzender des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SKFM), in seiner Eigenschaft als Kooperationspartner der linksrheinischen Flüchtlingshilfe.

„Mit der Unterstützung durch den SKFM ist sichergestellt, dass die Menschen, die zu uns kommen, auch optimal versorgt und betreut werden“, ergänzt Pfarrer Dederichs. Die Zahlen sind dann auch alarmierend, denn es wird damit gerechnet, dass 2015 rund 1900 Asybewerber und Flüchtlinge in Düsseldorf aufgenommen werden müssen. Schnittker: „Die Stadt ist insgesamt zwar gut aufgestellt, trotzdem sind nicht alle Unterkünfte optimal.“ Deshalb sei er froh, in den Pfarrhäusern ein ganz anderes Betreuungsangebot ermöglichen zu können. Wichtig sei, dass die Asybewerber und Flüchtlinge „bei uns positive Erfahrungen machen, sind sie doch meist durch ihre Erlebnisse traumatisiert“.

Der Vorsitzende legt großen Wert darauf, dass die neuen Bewohner der Pfarrhäuser auch in die jeweiligen Stadtteile integriert werden können. „Wir haben besonders Schutzbedürftige im Blick. „Familien mit vielen Kindern und alleinstehende Frauen mit Kindern.“ Damit sie möglichst reibungslos in den Stadtteil eingebunden werden können, setzt Schnittker auf Ehrenamtliche, die bevorzugt aus dem Umfeld kommen sollten. „Wir werden sie begleiten und Hilfen anbieten, denn wir haben Erfahrungen.“ Der SKFM stütze sich neben 260 Hauptamtlichen auf 160 hochinteressierte Ehrenamtliche“, macht Schnittker klar. Die Zusammenarbeit sei sehr deutlich. Gemeinsam, mit Stadt und Diakonie werde abgestimmt, was geht und was gemacht werden müsse.

Nichts muss umgebaut werden

Schon jetzt ist festzustellen, dass die Menschen, die in die Pfarrhäuser einziehen, besonders viel Glück haben werden. Nichts muss umgebaut oder renoviert werden, die Häuser sind trotz Leerstand wohnlich und geheizt. „Damit wir sie auch einrichten können, haben wir schon viele Anfragen von Bürgern, die Möbel zur Verfügung stellen“, sagt Pfarrer Dederichs, dankbar über ausschließlich positive Rückmeldungen aus dem Seelsorgebereich.“

Ob im Heerdter Pfarrhaus, in dem sich das Pfarrbüro befindet, ein Raum als Büro bestehen bleibt, ist laut Pfarrer Dederichs noch offen. Schnittker greift den Gedanken auf und sagt: „Es wäre schön, wenn sich Ehrenamtliche finden würden, die als Lotsen die allgemeinde Sozialberatung übernehmen würden.“ Die Pläne für die neue Nutzung der Pfarrhäuser sind weit gediehnen. „Wir haben bei der Stadt offene Türen eingerannt“, sagt Schnittker.“ So könnten schon Anfang nächsten Jahres die ersten Bewohner einziehen. „Die Stadt mietet die Häuser befristet auf etwa zwei Jahre“, fügt der Pfarrer hinzu.

Denn dann solle der Umbau des gesamten Gemeindezentrums St. Benediktus beginnen. Geplant ist, das alte Pfarrhaus in eine Kita und Gemeinschaftsräume umzubauen. Im Garten soll ein Pfarrsaal angebaut werden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben