Straßenpflaster

Pflastersteine in Düsseldorfer Altstadt sind „Schandflecken“

Kaputte Pflastersteine bestimmen das Bild in der Düsseldorfer Altstadt. Hier ein Beispiel von der Mertensgasse.

Foto: Benno Seelhöfer

Kaputte Pflastersteine bestimmen das Bild in der Düsseldorfer Altstadt. Hier ein Beispiel von der Mertensgasse. Foto: Benno Seelhöfer

Düsseldorf.   Das vor wenigen Jahren neu verlegte Pflaster in Düsseldorfs Altstadt geht an vielen Stellen kaputt. Ersatz wird gesucht - das ist nicht leicht.

Die Düsseldorfer Altstadt ist nicht immer ein gutes Pflaster. Aus der Metapher wird der Wortsinn: Denn das vor sieben Jahren unter CDU/FDP-geführter Regierung und dem Planungsdezernenten Bonin neu verlegte Pflaster gerät nach und nach immer mehr zur Stolperfalle. Es gibt viele Beschwerden von Altstadtbesuchern, wie die aktuelle Planungsdezernentin Cornelia Zuschke am Donnerstag bestätigte.„Uns wurde damals einfach nicht die Wahrheit gesagt“, betonte indes SPD-Fraktionschef Markus Raub in der ersten Ratssitzung des Jahres. Raub selbst habe jüngst nachgezählt, sagte er, als er auf der Bolker Straße lang spazierte. „Auf zehn Metern kamen 32 defekte Steine. Dieses Pflaster ist eine Aneinanderreihung von Schandflecken!“

Eine Geschichte des Misserfolges

Im Juni 2010 hatte der damalige OB Dirk Elbers (CDU) den ersten (Muster-)Stein des neuen, teuren Pflasters der Marke „Grauer Umbriano“ symbolisch vor dem Rathaus verlegt. Es folgte eine beispiellose Misserfolgsgeschichte, die fast sechs Millionen Euro kostete: Die schweren Lieferwagen hoben einzelne Steine aus ihrem Bett, Hochdruckreiniger spülten die Fugen aus, den Rest besorgte das Altstadt-Partyvolk mit Essensresten, Kaugummis und ähnlichem.

Auf besonders belasteten Straßen wie etwa der Bolkerstraße soll der Bodenbelag nun ausgetauscht werden, auf Arealen wie Bolker Stern gar nicht mehr verlegt werden. „Düsseldorf ist nicht die einzige Stadt, die ein Problem mit dem Pflaster hat“, sagte Dezernentin Zuschke. Man käme aus der Zeit des Kopfsteinpflasters und habe überall nach geeigneten Lösungen gesucht. „Der Zustand der bis jetzt verlegten Steine bewegt sich aber leider von gut bis schlecht, von leicht beschädigt bis desolat“, so Zuschke weiter. Man tendiere nun beim neuen Material zu kleineren Formaten, dafür aber stärkeren Steinen, zum Teil auch zu älterem Material, das man hier und da hinzumischen könne.

Kaum ein Belag hält die „Altstadt-Belastungen“ aus

Laut Experten soll es allerdings kaum möglich sein, einen Bodenbelag zu finden, der den „Altstadt-Belastungen“ Stand halten kann. FDP-Ratsfrau Marie-Agnes Strack-Zimmermann fragte vor diesem Hintergrund nach, wie groß eigentlich Lieferwagen sein dürften, die in der Altstadt verkehren und ob es für die Stadt eine gesetzliche Handhabe gäbe, Lkw ab einer gewissen Größe zu verbieten. Das ist aber wohl nicht möglich. „Wir können einer Brauerei nicht vorschreiben, dass sie mit einem Mercedes Sprinter beliefert wird“, so Zuschke.

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