Regierungsviertel

Regierungsviertel in Düsseldorf wird konkret

Auf dem Gelände des ehemaligen Innenministeriums zwischen Rhein und Schwanenteich in Düsseldorf soll ein transparenter Neubau entstehen, in dem drei Ministerien Platz finden können.

Foto: Nattler GmbH

Auf dem Gelände des ehemaligen Innenministeriums zwischen Rhein und Schwanenteich in Düsseldorf soll ein transparenter Neubau entstehen, in dem drei Ministerien Platz finden können. Foto: Nattler GmbH

Düsseldorf.  Auf dem Gelände des früheren Innenministeriums sollen drei Landesbehörden in einem Neubau Platz finden. Ab 2021 könnten die Bagger rollen.

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Auf den Fensterscheiben im Rheinturm-Restaurant existiert es bereits: „Regierungsviertel“ klebt dort gleich unter „Königsallee“, die die Besucher von dieser Stelle aus tatsächlich erspähen können – anders als das Regierungsviertel. Denn über das wurde in den vergangenen Jahren zwar schon öfter diskutiert, doch noch immer liegen drei Ministerien ab vom Schuss: das Umweltministerium am Kennedydamm, das Finanzministerium am Hofgarten und das Justizministerium am Martin-Luther-Platz.

Der Elferrat, ein Zusammenschluss von Düsseldorfer Landtagsabgeordneten verschiedener Fraktionen, will das ändern – und hat nun zusammen mit dem Architekten Thomas Höxtermann einen Vorschlag erarbeitet, wie die Behörden der Landesregierung künftig näher beisammen liegen könnten.

„Wir schlagen vor, das ehemalige Innenministerium an der Kavalleriestraße abzureißen und an seine Stelle einen Neubau zu setzen, in dem bis zu drei Ministerien Platz finden können“, sagte am Donnerstag Markus Weske, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Liegenschaften und Sondervermögen, der mit seinem Elferratskollegen Stefan Engstfeld, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Landtagsfraktion, zur Vorstellung des Konzepts in den Rheinturm geladen hatte.

Zusätzlich könnte der sich in Landesbesitz befindliche Behrens-Bau am Wirtschaftsministerium Platz für ein weiteres Ministerium oder die Staatskanzlei bieten. Deren Mietvertrag im Stadttor laufe zwar noch bis 2029, „aber wir sollten schon jetzt beantworten, wo sie langfristig hin soll“, so Weske.

Das ehemalige Innenministerium steht derzeit leer, soll aber ab Ende 2016/Anfang 2017 vorübergehend von der Polizei genutzt werden. Deren neues Präsidium soll 2021 einzugsfertig sein. „Die Zeit bis dahin wollen wir nutzen, damit dann das Konzept steht und pünktlich mit dem Polizeiumzug die Bagger rollen können“, sagte Engstfeld: „So vermeiden wir auch Leerstand.“

Die Behörden an einem Standort zu konzentrieren, bringe einige Vorteile. Veranstaltungsräume, Haustechnik, Kantine – das alles bräuchte man nur noch ein- statt dreimal, zählt Architekt Höxtermann auf. Außerdem würde das 57 000 Quadratmeter große, transparente Gebäude über eine Besucherterrasse verfügen und wäre über spezielle Koppelzonen flexibel zusammenschaltbar. Die Kosten belaufen sich nach einer groben Schätzung auf 100 Millionen Euro, Abbruchkosten nicht inbegriffen. Finanziert werden soll der Bau durch den Verkauf der Gebäude des Finanz- und Justizministeriums.

Ob es so kommt, müssen Stadt und Land gemeinsam entscheiden. Oberbürgermeister Thomas Geisel zeigte sich am Donnerstag grundsätzlich offen: „Mehr Ministerien an einem Ort anzusiedeln, ist auch städtebaulich interessant. Dass wir da mitreden wollen, ist klar, aber ich denke, man wird schnell eine Verständigung erreichen.“

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