Soziales

Rikscha-Service für Senioren in Düsseldorf

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Seit Juli hat Wersten eine Rikscha. Auf dem Foto links Anneliese T. auf der Rikscha-Testfahrt mit Fahrer Benjamin Freese.  

Seit Juli hat Wersten eine Rikscha. Auf dem Foto links Anneliese T. auf der Rikscha-Testfahrt mit Fahrer Benjamin Freese.  

Foto: Benjamin Freese

Düsseldorf.  In Wersten startet ein für Düsseldorf einmaliges Projekt: Senioren können sich kostenlos durch die Stadt kutschieren lassen.

Sie wiegt nur 53 Kilo, kann aber fünf Mal so viel Gewicht von A nach B fahren: Seit Juli hat der Stadtteil Wersten eine Rikscha, die nicht so mobile Menschen gratis zum Café, zum Rhein oder einfach nur an ihre Lieblingsorte fahren soll. Das Quartiersprojekt „Wir machen mit!“ konnte die Rikscha mit Hilfe von Sponsorengeldern anschaffen. Die Idee dahinter: Menschen zu bewegen und gleichzeitig zusammenzubringen – trotz eventueller Mobilitätseinschränkungen.

Das Projekt sucht Rikscha-Fahrer

Ehrenamtliche, die gern im Sattel sitzen, werden noch gesucht. „Die Rikscha ist wendig und ganzeinfach zu fahren, dafür sorgt der Elektromotor. Das macht echt Spaß“, sagt Benjamin Freese. Er ist für das Projekt verantwortlich und hofft auf viele freiwillige Pedalierer. „Für Nachbarn und Studierende von der nahen Uni ein super Fitnesssport, oder?“, wirbt er lachend.

Anneliese T. durfte für eine erste Testfahrt in der nagelneuen Rikscha Platz nehmen. Wie es sich drin sitzt? „Königlich“, strahlt die 89-jährige Düsseldorferin. Sie lebt seit einigen Jahren im DRK-Seniorenzentrum an der Kölner Landstraße. „Ich bin gerne unterwegs, aber meine Beine wollen nicht so wie ich.“ Die Rentnerin leidet an Parkinson, in ihrer Beweglichkeit ist sie stark eingeschränkt. Früher hatte sie einen eigenen Friseursalon in Pempelfort, später dann einen Kiosk an der Bankstraße. Und immer einen Schrebergarten in Wersten. „Ein paar Orte würde ich gerne einmal wiedersehen. Vielleicht erkenne ich ja noch ein paar Nachbarn, die immer in mein Büdchen kamen.“

Zuerst geht es an den Rhein

Anneliese T. erinnert sich gut, auch an die Altstadt: „Da bin ich so gern hingegangen, die vielen kleinen Lokale, das Tante Anna, das Kommödchen ...“, zählt sie auf. Sie freut sich schon,wenn die Rikscha im August ihren Fahrdienst aufnimmt. „So eine kleine Reise, das ist wunderschön, ich könnte jeden Tag irgendwohin fahren“, schwärmt die lebenslustige Dame. Wo sie zuerst hin will, verrät sie auch: „An den Rhein natürlich!“

Am 17. August wird die erste inklusive Stadtteil-Rikscha in Wersten eingeweiht und getauft Auch einen Namen, der bisher noch nicht feststeht, soll das Personen-Fahrrad dann bekommen.

„Wir machen mit!“ ist ein inklusives Quartiersprojekt der „In der Gemeinde leben gGmbH – Hilfen für Menschen mit Behinderungen“ und wird von Aktion Mensch gefördert. Mit der Rikscha können mobilitätseingeschränkte Personen aus Wohn- und Pflegeeinrichtungen die Orte in der Stadt besuchen, die für sie nicht (mehr) gut erreichbar sind. Das Modell stammt aus Skandinavien, der Bonner Verein „Radeln ohne Alter“ brachte die Idee 2017 nach Deutschland.„ Wir machen mit!“ will „Radeln ohne Alter“ nach Düsseldorf bringen. Dafür wurde mit Unterstützung von Sponsoren eine barrierefreie Rikscha angeschafft, die allen interessierten Einrichtungen in Düsseldorf zugänglich gemacht werden soll. Ehrenamtliche Fahrer werden noch gesucht.

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