Malerei

Schadow-Katalog zeigt Werke der Düsseldorfer Künstler-Ikone

Das Doppelbildnis der Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und Wilhelm zu Solms-Braunfels in Kürassieruniform (1830, Wilhelm von Schadow). Das Werk hängt aktuell in der Kunstpalast-Sammlung. 

Foto: Museum Kunstpalast

Das Doppelbildnis der Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen und Wilhelm zu Solms-Braunfels in Kürassieruniform (1830, Wilhelm von Schadow). Das Werk hängt aktuell in der Kunstpalast-Sammlung.  Foto: Museum Kunstpalast

Düsseldorf.   Die weltweite Expertin Cordula Grewe veröffentlicht mit dem Museum Kunstpalast eine Werk-Sammlung Friedrich Wilhelm von Schadows.

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Das Werkverzeichnis eines berühmten Künstlers zu erstellen – „das ist die Königsdisziplin für Kunsthistoriker“, sagt Bettina Baumgärtel. Mit diesen Worten stellte jetzt die Leiterin der Gemäldegalerie im Museum Kunstpalast das Werkverzeichnis von Friedrich Wilhelm von Schadow (1788-1862) vor.

Er war nicht nur einer der Haupt-Vertreter der romantisch religiösen Malerei des frühen 19. Jahrhunderts (auch ‚Nazarener’ genannt) und Mitbegründer der Düsseldorfer Malerschule, die im 19. Jahrhundert bis nach Amerika und Australien einen klangvollen Namen hatte. Sondern als engagierter Pädagoge reformierte der mit dem preußischen Königshof eng verbundene Maler, der 1826 von Berlin als Direktor an die Düsseldorfer Kunstakademie wechselte, die Studiengänge bis zum Meisterschüler. Und schuf ein System, das bis heute gültig ist.

Forscherin ging weltweit auf Experten-Suche

Als Herausgeberin des Werkverzeichnisses von 383 Seiten fungierte Baumgärtel und kooperierte mit der Autorin Cordula Grewe, die 20 Jahre an Werk-Abbildungen, Beschreibungen, Bibliografie und Register arbeitete und bereits als Doktorandin einige Werk-Bände über Schadow verfasst hatte. Die gebürtige Deutsche Grewe - Professorin für europäische Kunstgeschichte an der Indiana University in Bloomington – reiste eigens zur Präsentation aus den USA an.

„1830 war das Rheinland international bekannt als Zentrum der Landschafts-, Porträt und Genre-Malerei, danach erst waren es München und Paris“, sagt Grewe. Ihre detaillierten Kenntnisse zeichnen sie weltweit als Schadow-Expertin aus. Auch heute seien die Werke (auch die von Schadow) auf dem Kunstmarkt sehr gefragt. So wurden kürzlich zwei Schadow-Gemälde (die vor 200 Jahren den Zarenhof in St. Petersburg zierten) in den USA zu Höchstpreisen versteigert.

In dem Katalog für 69 Euro im Museum Kunstpalast zu erwerben, sind alle der insgesamt 360 Werke (darunter 150 Gemälde) aufgeführt. Nur zehn davon gehören dem Ehrenhof-Museum, andere dem Stadtmuseum. Was bei vielen Bildern auffällt, sind die Brillanz und die leuchtenden Farben. Das sei charakteristisch für den Maler gewesen. „Die meisten gehören aber dem alten Museum in Berlin und der neuen Pinakothek in München“, erklärt Baumgärtel, die Jahrelang gemeinsam mit Cordula Grewe an dem Band gearbeitet hat.

Galerie Paffrath zeigt Katalog zur Jubiläums-Feier

„Ohne die schnellen Wege des Internet wären die Recherchen nicht möglich gewesen“, räumt Grewe ein und berichtet von langwierigem E-mail-Verkehr mit Sammlern, Händlern und Museums-Mitarbeitern, nur um ein Gemälde oder einen kolorierten Stich identifizieren zu können.

Hilfreich war natürlich auch die Galerie Paffrath, die in diesem Monat ihr 150 jähriges Bestehen feiert. „Aus diesem Anlass unterstützen wir organisatorisch und finanziell den Katalog und zeigen in der Jubiläums-Ausstellung auch ein Schadow-Gemälde“, sagt der Firmenchef Hans Paffrath, der weltweit die Düsseldorfer Malerschule vermarktet.

„Ein bärtiger Mann vor Rheinlandschaft, Jacob Becker, genannt Becker von Worms“ heißt das Gemälde, das Schadow 1832 in Düsseldorf malte. Auch hier dominieren dessen berühmt gewordene Brillanz und der romantische Schmelz der Farben.

Schadow rettete durch Kopien seine Werke selbst

In dem Opus Magnum fallen auch viele Stiche auf. Denn Schadow ging es nicht nur um den Verkauf von Originalen. Für die Verbreitung von Kunst erkannte er den unschätzbaren Wert der Reproduktions-Grafik. Und gründete eine Kupferstecher-Schule. Nur durch die Stiche seien viele Werke erhalten, so Grewe. Viele Originale in Öl auf Leinwand wurden im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs zerstört. Friedrich Wilhelm von Schadow war ebenfalls ein bedeutender Theologe. Das belegen neue Forschungs-Ergebnisse, so Grewe.

Als Preuße war er Protestant, konvertierte aber zum katholischen Glauben und trat – auf Wunsch des Königs – in der Rheinprovinz als Vermittler zwischen den streitenden Konfessionen auf. So auch in den „Kölner Wirren“ der 1830er Jahre, in denen der Erzbischof von Köln und der preußische Kultusminister im Clinch lagen wegen der Mischehen zwischen Protestanten und Katholiken.

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