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Schwarzbuch: Stadt Düsseldorf zwei Mal vertreten

Die Sanierung des Schauspielhauses kostet den Steuerzahler weitaus mehr als vorher geplant war.

Die Sanierung des Schauspielhauses kostet den Steuerzahler weitaus mehr als vorher geplant war.

Foto: Federico Gambarini

Düsseldorf.   Die Wehrhahnlinie und das Schauspielhaus verursachten deutlich mehr Kosten für Steuerzahler als geplant. Das kritisiert der Bund der Steuerzahler

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Das neue Schwarzbuch 2018/2019 des Bundes der Steuerzahler ist veröffentlicht – und Düsseldorf ist gleich mit der Wehrhahnlinie und dem Schauspielhaus durch zwei Projekte vertreten. Die Sammlung des Bundes zeigt bei bundesweit gut 100 Fällen von Steuergeldverschwendung, wie durch fehlerhafte Planungen, teures Prestigedenken und mangelhafte Organisation die Sparsamkeit auf der Strecke bleibt.

In Düsseldorf ist auch zwei Jahre nach der Eröffnung die Wehrhahnlinie laut Schwarzbuch für „böse Überraschungen“ gut. Wurden die Baukosten zum Ende des Projektes noch mit 843,6 Millionen Euro brutto angegeben, liegen sie nach neuen Erkenntnissen nun bei rund 929 Millionen Euro brutto.

Wehrhahnlinie bereits vorher zwei Mal im Schwarzbuch

Der Bund der Steuerzahler kritisiert, dass die vielen Risiken von vornherein mit in die zu erwartende Bausumme hätten eingepreist werden müssen, um eine größtmögliche Kostenklarheit und Kostenwahrheit gegenüber den Bürgern zu erreichen. Denn schon schnell sei klar gewesen, dass die Baukosten explodieren. So hatte es die Wehrhahnlinie in ihrer Bauzeit von 2007 bis 2016 gleich zwei Mal in das Schwarzbuch geschafft. Schon während der Bauphase sei klar gewesen, dass auf die Berechnungen der Stadt kein Verlass gewesen sei, heißt es in einer Mitteilung des Bundes der Steuerzahler zum Schwarzbuch. Ursprünglich sollte die Wehrhahnlinie zudem 650 Millionen Euro kosten.

Ein weiteres Millionengrab: Das in die Jahre gekommene Schauspielhaus. Die Gebäudetechnik, das Dach und die Fassade müssen umfassend saniert werden. In allen drei Bereichen stellte sich heraus, dass die ursprünglichen Kostenschätzungen nicht gehalten werden konnten. Die Sanierung des architektonisch ebenso ansprechenden wie anspruchsvollen Gebäudes wird um mehrere Millionen Euro teurer.

„Kosten gewissenhaft einschätzen“

Ursprünglich waren für das Projekt 11,2 Millionen Euro an Kosten geplant. Bereits im Herbst 2016 war bekannt geworden, dass die Kosten auf 20,9 Millionen Euro ansteigen, um die Gebäudetechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Das Land NRW und die Stadt Düsseldorf tragen die Kosten jeweils zur Hälfte. Doch zu den Sanierungskosten für die Gebäudetechnik kommen noch weitere hinzu: denn auch Dach und Fassade sind sanierungsbedürftig. Eine erste Kostenschätzung sah 15 Millionen Euro vor, doch allein die Abbrucharbeiten waren 600 000 Euro teurer.

Der Bund der Steuerzahler meint, Sanierungen im Bestand beinhalten immer das Risiko unliebsamer Überraschungen. Umso wichtiger sei es, „sorgfältig zu planen, die Kosten gewissenhaft zu schätzen und sich nicht zeitlich unter Druck zu setzen“.

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