Defekter Fahrstuhl

Todkranker Düsseldorfer kommt nicht aus dem Haus

Symbolbild. Wer keine Treppen steigen kann ist auf den Aufzug angewisen. Doch wenn dieser kaputt ist gibt es kaum Alternativen.

Foto: Stephan Eickershoff

Symbolbild. Wer keine Treppen steigen kann ist auf den Aufzug angewisen. Doch wenn dieser kaputt ist gibt es kaum Alternativen. Foto: Stephan Eickershoff

Düsseldorf.   Markus Degen sitzt wegen einer schweren Krankheit im Rollstuhl – wegen eines defekten Aufzugs kommt er seit Wochen nur unter Mühe aus dem Haus.

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Am Ende half Markus Degen nur noch der Aufruf im sozialen Netzwerk: „Seit vier Wochen ist der Aufzug defekt und die Wohnungsverwaltung Vonovia und Thyssen überbieten sich an Unfähigkeit“, schreibt der 49-Jährige auf der Seite Nett-Werk bei Facebook. Das Problem: Markus Degen ist gewissermaßen mit seinem Leben auf den Aufzug angewiesen. Denn der 49-Jährige leidet an der Krankheit ALS, welche die Lebensdauer drastisch verkürzt.

Aufzug soll wegen Wassereinlauf defekt sein

Degen, der wegen der Krankheit im Rollstuhl sitzt, kann nicht einfach die Treppen benutzen, sondern muss warten bis der Aufzug repariert wird – und das seit vier Wochen ohne jede Sicht auf Hoffnung. „Wir haben bei Vonovia immer wieder angerufen, aber wurden immer wieder vertröstet, dass sich derzeit nichts machen ließe“, sagt Ehefrau Karin Degen im Gespräch mit der NRZ. Der Grund für den defekten Aufzug sei ein kaputtes Rohr, welches zwar schon repariert sei, dass aber Wasser verloren habe, welches dann auch in den Aufzug gelaufen ist.

Markus will Abschied von seinen Freunden nehmen

Für das Paar wird der defekte Aufzug in dem Oberkasseler Wohnhaus an der Schanzenstraße immer mehr zur Belastung: „Ich kann nicht mehr zu meinen Therapien und Ärzten“, so Markus Degen. Für ihn „grenzt die ganze Sache schon an Körperverletzung und Freiheitsberaubung.“ Doch sind es nicht nur die wichtigen Arzt-Besuche, sondern auch die immer schneller schwindende Lebenszeit, die den Fall so tragisch machen. „Er möchte sich auch von seinen Freunden verabschieden und wenn das Wetter schön ist auch mal seine Lieblingsorte in Düsseldorf besuchen“, so die Ehefrau. Direkt vor der Haustür steht ein behindertengerechtes Auto, welches ein Bekannter dem Paar geschenkt hat, „doch da kommen wir wegen des Fahrstuhls gar nicht hin“.

Krankentransporte gestalten sich umständlich

Zwar könne man auf einen Krankentransport zurückgreifen, doch auch der sei keine wirkliche Entlastung, so die 44-Jährige. „Der Bus muss ja immer im voraus gebucht werden und ich weiß doch nun nicht wie es meinem Mann in zwei Tagen geht oder ob die Sonne scheint, damit wir überhaupt nach draußen können. Wir möchten auch einfach mal spontan an die frische Luft“, erklärt Degen.

In sozialen Netzwerken gab es wegen des Aufrufs erste Reaktionen: „Daumen sind in jedem Fall gedrückt, dass sich deine Situation schnell bessert“, schreibt Sarah Carina Esser-Schlunken und empfiehlt, einen Anwalt oder den Mieterschutzbund einzuschalten.

Auf Anfrage unserer Redaktion bei der Vonovia ist man sich zumindest des Problems schnell bewusst: „Wir bedauern die Situation sehr und kümmern uns umgehend um die Klärung“, so Nina Henckel, Presseleiterin von Vonovia.

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