Finanzmarkt

Skandale ohne Ende bei der Sparkasse Düsseldorf

Foto: WAZ FotoPool

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Düsseldorf.Gutachten gegen Verwaltungsratsmitgleider und Vorstandskollegen, Intrigen und nun ein verschwundener Ordner lassen die Stadtsparkasse nicht zur Ruhe kommen. Ein neuer Vorstands-Chef soll die Sparkasse wieder auf Kurs und vor allem aus den Schlagzeilen bringen.

Wie tief kann die Stadtsparkasse Düsseldorf noch sinken? Offenbar noch tiefer, als sie ohnehin schon im Sumpf aus Intrigen, Undurchschaubarkeiten und gegenseitigem Misstrauen gesunken ist.

Nach dem Skandal um die Kreditvergaben an den Pleite-Unternehmer Franjo Pooth ist das öffentlich-rechtliche Institut längst nicht zur Ruhe gekommen. Peter Fröhlich als neuer Vorstands-Chef hat es nicht geschafft, das wirtschaftlich blendend dastehende Institut nach innen und vor allem auch in der Außenwahrnehmung auf Kurs zu bringen. Im Gegenteil: Mit einem Rechts-Gutachten, mit dem er angebliche Verfehlungen einiger Verwaltungsratsmitglieder nachweisen lassen wollte, hat er sich den Zorn von Verwaltungsrats-Chef und OB Dirk Elbers auf sich gezogen, aber auch von allen anderen Mitgliedern des Aufsichtsgremiums.

Auch in der restlichen Vorstands-Etage gibt’s Intrigen, wie man sie nur aus Hollywood-Serien wie Dallas oder Denver Clan kennt: So wollte ein Sparkassen-Chef einem anderen die Verquickung privater und dienstlicher Interessen nachweisen – was zwar nicht gelang, aber einen der Banker jetzt auf die Kündigungsliste katapultiert hat. Darüber muss jetzt der Verwaltungsrat entscheiden.

Skandalöse Vorgänge

Und als wäre das alles nicht genug, ein neuer Skandal: Aus einem verschlossenen Stahlschrank von Personalrats-Chefin Silvia Kusel ist ein Aktenordner mit brisantem Inhalt verschwunden, der anschließend an die Presse lanciert wurde. Angeblich wurde der Ordner gestohlen, so heißt es in Sparkassen-Kreisen. Vermutungen gehen sogar soweit, dass man den Täter gar in Vorstands-Kreisen vermutet.

Oberbürgermeister Dirk Elbers ist über die skandalösen Vorgänge bei der Stadtsparkasse stinkesauer, wurde aufgrund der negativen Schlagzeilen des städtischen Instituts sogar schon zur Bankenaufsicht Bafin nach Bonn zitiert. Es sei kein Vergnügen, wenn man dort vor einer Reihe von Herren sitzt und sich unbequeme Fragen zu den Vorgängen in Düsseldorf anhören muss, so Elbers anschließend.

Der OB ist daher bestrebt, möglichst schnell Ruhe in die Sparkasse zu bringen. „Wir brauchen eine starke Führungspersönlichkeit“, sagte Elbers, der sich über die Vorgänge innerhalb des Vorstandes und dem Umgang untereinander nicht nur wundert, sondern auch als „absurdes Theater“ bezeichnet.

Seine für 2012 anstehende Wiederbestellung als Sparkassen-Chef hat sich Peter Fröhlich längst verscherzt. Die Düsseldorfer suchen bereits einen neuen Sparkassen-Chef. Drei aussichtsreiche Bewerber gibt’s. Elbers will die Wahl von Fröhlichs Nachfolger im Oktober erledigt haben. Bleibt zu hoffen, dass die Sparkasse sich dann von den Skandalen erholt und wieder zu einem Aushängeschild der Düsseldorfer Bankenwelt wird. Denn das ist sie seit Jahren nicht mehr.

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