Justiz

Sparkasse Düsseldorf erlässt Franjo Pooth Schulden in Millionenhöhe

Die Stadtsparkasse Düsseldorf erließ Franjo Pooth Schulden in Millionenhöhe. Foto: Sergej Lepke

Foto: Sergej Lepke / WAZ Fotopool

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Düsseldorf.   Die Stadtsparkasse Düsseldorf erließ Franjo Pooth mehrere Millionen Euro. Bei Verona Pooths Ehemann sei nichts zu holen, ließen Anwälte des Kreditinstituts nun mitteilen. OB und Verwaltungsratschef Dirk Elbers betonte, alles sei korrekt abgelaufen.

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Auch wenn er aus vermögendem Umfeld stammt und mit einem Werbestar verheiratet ist: Bei Franjo Pooth sei nichts zu holen, ließen die Anwälte der Stadtsparkasse Düsseldorf und des Oberbürgermeisters als Vorsitzendem des Kassen-Verwaltungsrates am Freitag wissen.

Nach dem Auftakt des Zivilprozesses gegen Ex-Vorstand Karl-Heinz Stiegemann ließen Dirk Elbers und Sparkassenchef Peter Fröhlich am Freitagabend eiligst eine Pressekonferenz einberufen, in der das Sparkassen-Handeln gegenüber dem Pleitier Pooth gerechtfertigt wurde. Aus dem Kredit von 9,3 Millionen Euro kam er mit einer Zahlung von knapp 820 000 Euro davon (NRZ vom Donnerstag).

Der OB erschien nicht

Zu ihrer eigenen Überraschung musste Ruth Lüttmann, Partnerin der Großkanzlei Freshfields in Oberkassel, den OB-Text selbst verlesen - Elbers erschien nicht. Dabei kam es ihm darauf an darzustellen, dass die Gremien, denen er vorsteht (Verwaltungsrat und Hauptausschuss), korrekt gehandelt hätten. Zuständig sind sie nach Sparkassengesetz für aktive und Ex-Vorstände, Pflichtverletzungen, Folgen, Haftpflicht. Die Gremien seien „in allen Bereichen ihrer Kompetenz stets umfänglich informiert worden“, sagt die Anwältin.

Das hatte Bürgermeisterin Gudrun Hock, selbst Verwaltungsratsmitglied, öffentlich in Zweifel gezogen. Über die Kreditabwicklung hat allein der Vorstand zu entscheiden, dem Wohl der Sparkasse verpflichtet. Und da sei von dem Millionenkredit ohne Sicherheiten nicht mehr als die vereinbarten 820 000 Euro zu holen, gab sich Peter Fröhlich sicher. Hätte man einen juristischen Weg über Vollstreckung und Privatinsolvenz eingeschlagen, „hätten wir am Ende mit leeren Händen dagestanden“. Die Summe, die Franjo Pooth bisher „teilweise“ gezahlt hat, sei ihm von Dritten zur Verfügung gestellt worden, hatte er als Zeuge vor Gericht erklärt.

„Es kann keine Rede davon sein, dass die Stadtsparkasse Pooth Geld geschenkt hat“, bilanzierte Fröhlich. Mit den rund 3,5 Millionen Euro von der Versicherung (die für fahrlässige Schadensverursachung zahlt) sei eine Rückzahl-Quote des 9,3-Mio-Kredits „von fast 50 Prozent“ erreicht.

Anwältin Lüttmann: „Ich betone, dass die Sparkasse dabei in keinem Fall schlechter gestellt ist als bei einer Privatinsolvenz.“ Denn: „Woher holen? Es war ja nichts da.“

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