Stadt als Fabrik – wohin geht das Leben?

Nachdenken für die Vorfreude, so kann die Intension über das Erkundungsprojekt „Stadt als Fabrik - Wie Logistik und Masterpläne das Leben in der Stadt verändern“ beschrieben werden. Das Forum Freies Theater bereitet sich mit dieser 3-tägigen Aktion auf das Geschenk zum 20. Geburtstag des Forum Freies Theater (FFT) vor. Ab dem 7. Juni gibt es dazu Vorträge, einen Tagesausflug, Diskurse und ein Konzert.

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Nachdenken für die Vorfreude, so kann die Intension über das Erkundungsprojekt „Stadt als Fabrik - Wie Logistik und Masterpläne das Leben in der Stadt verändern“ beschrieben werden. Das Forum Freies Theater bereitet sich mit dieser 3-tägigen Aktion auf das Geschenk zum 20. Geburtstag des Forum Freies Theater (FFT) vor. Ab dem 7. Juni gibt es dazu Vorträge, einen Tagesausflug, Diskurse und ein Konzert.

Der Grund für die Vorschusslorbeeren an die Stadt: Im kommenden Jahr 2019 startet der Ausbau des neuen Theater-Standorts im KAP 1, dem ehemaligen Postgebäude am Konrad-Adenauer-Platz. Dann wird peu à peu zu sehen sein, was beim 10-Jährigen Jubiläum bereits vom damaligen Kulturdezernenten Hans-Heinrich Große-Brockhoff in Aussicht gestellt wurde. Es geht um ein technisch zeitgemäßes Bühnenformat und weg von den jetzigen unterirdischen Büros der Mitarbeiter. Doch die Gabe ist nur vielleicht der Kulturaffinität der Stadt zu verdanken. Dass endlich Gehör für die Belange der Bühne Freier Theatergruppen gefunden wurde, liegt an dem städtischen Riecher für gute Geschäfte. Das FFT muss die Kammerspiele an der Jahnstraße und das JuTa im Wilhelm-Marx-Haus verlassen. Die Immobilien werden gewinnbringender genutzt, der Verkauf des ersten Bürohochhaus Deutschlands steht an.

Grundsätzlich zufrieden

Mit dem Umzug und den damit verbundenen Änderungen setzt sich das FFT inhaltlich intensiv auseinander. Kathrin Tiedemann zeigt sich mit dem Umzug grundsätzlich zufrieden.

„Natürlich verbessert sich unsere Situation“, sagt die langjährige Chefin des Forum Freien Theater. Allein der logistische Aufwand Bühnen an zwei Orten zu haben sei immens. „Außerdem sind unsere jetzigen Bühnen zu klein,“ erklärt sie und fügt hinzu: „Wenn wir die Angebote der Theatergruppen lesen, schauen wir als erstes, ob das Stück technisch bei uns umsetzbar ist.“ Fatal, weil auf der Bühne Inhaltliches im Rampenlicht stehen sollte.

Dennoch ist eine Reflexion über den neuen Standort und ein Loslassen der alten notwendig. Die Kammerspiele an der Jahnstraße liegen im ehemaligen Theaterzentrum der Stadt. In der Nachbarschaft waren einst das Apollo Theater und das Schauspielhaus angesiedelt. Auch das Junge Theater in der Altstadt, welches seit 1984 im Wilhelm-Marx-Haus unter der damaligen Leitung von Ernest Martin mit seinem vielfältigen Kultur- und Kinoprogramm beglückte, ist immer noch als populärer Elfenbeinturm zwischen den Konsumtempeln zu sehen.

Nun werden Kunst und Kultur dazu gebraucht, das Bahnhofsviertel aufzurüschen. Das Theatermuseum und die Stadtbücherei werden als weitere Träger dieses Genre ebenfalls angesiedelt. „Wir tauschen uns bereits untereinander aus, überlegen, wo wir Synergien haben“, erklärt Kathrin Tiedemann. Neben Pragmatik schafft sie Raum fürs Inhaltliche. Fragen wie: „Was war das eigentlich für ein Gebäude?“ haben für die Theatermacher Relevanz. „Stadt als Fabrik“ untersucht die Dynamiken aktueller Stadtentwicklungsprozesse“ so Tiedemann. Jetzt gelte es, das Bahnhofsviertel und die hier zu beobachtenden Vorgänge als beispielhaft für die Neukonfiguration der Städte zu erleben.

Illustre Gäste bereichern die Aktion. Sergio Bologna, einer der führenden Intellektuellen des italienischen Operaismus, analysiert die Bedeutung der Logistik für den globalen Kapitalismus. Die in Chicago ansässige Architektin Clare Lyster betrachtet die Auswirkungen urbaner Logistik auf das Leben in der Stadt. Ein Tagesausflug in die logistischen Landschaften führt unter anderem an das Ende der„neuen Seidenstraße“ in Duisburg-Rheinhausen und zur „Brücke der Solidarität“, die an den Streik gegen die Schließung des Krupp Hüttenwerks erinnert.

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