PFT

Stadt Düsseldorf kritisiert falschen Wikipedia-Eintrag

PFT belastet: Lambertus-See in Kaiserswerth.

PFT belastet: Lambertus-See in Kaiserswerth.

Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Die PFT-Grundwasserverunreinigung war Thema im Düsseldorfer Stadtrat. Es ging auch um einen offensichtlich falschen Eintrag zum Begriff PFT in Wikipedia.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Bis die Menschen im Düsseldorfer Norden wieder über sauberes Grundwasser verfügen, kann es noch bis zu 20 Jahre dauern. Dies teilte Umweltdezernentin Helga Stulgies am Donnerstag im Rat auf Anfrage der Grünen mit. Hintergrund ist, dass die PFT-Analytik, so Stulgies, „erst sukzessive auf die Beine gestellt wurde“. Man sei erst 2012 in der Lage gewesen, „die Verunreinigung im Grundwasser entsprechend darzustellen“.

Wobei die Verwaltung auch am Donnerstag nochmal betonte, dass die Stadt „Vorreiter“ in der PFT-Sanierung sei. Mittlerweile ließe sich zu hundert Prozent verhindern, dass weitere perfluorierte Tenside ins Grundwasser sickerten. Deshalb habe die so genannte hydraulische Abschirmung oberste Priorität. Derzeit werden dafür, so Stulgies weiter, an den drei bekannten Eintragsstellen großtechnische Anlagen realisiert: am Feuerlöschübungsbecken, an der Feuerwache Nord am Airport und an der „Unfallstelle Atlas Air“.

Verunsicherung der Bürger

Thema im Rat war auch ein offensichtlich falscher Eintrag zum Begriff PFT in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Dort steht, dass seit Oktober 2015 PFT auch im Rhein bei Düsseldorf nachgewiesen worden sei, was die Stadt bestreitet. Eine kurzfristige Beseitigung oder Eindämmung ist derzeit nicht zu erwarten, da die Quelle der Verschmutzung weiterhin unbekannt ist, heißt es weiter bei Wikipedia. SPD-Ratsherr Philipp Tacer: „Jemand sollte sich darum kümmern, dass der Eintrag gelöscht wird.“

FDP-Geschäftsführer Manfred Neuenhaus wies indes auf die Ängste der Bürgerinnen und Bürger in Lohausen und Kaiserswerth hin. „Viele Leute dort wissen einfach nicht, wie sie mit der Verunreinigung in ihrem Grundwasser umgehen sollen, das darf man von hier aus nicht unterschätzen.“

Zur Überwachung der Entwicklung der PFT-Grundwasserverunreinigungen werden jährlich im Auftrag des Umweltamtes ca. 200 Messstellen sowie private Gartenbrunnen interessierter Bürger beprobt, was im Fachjargon als Fahnenaufnahme bezeichnet wird. In diesem Rahmen werden zusätzlich, so teilte die Verwaltung am Donnerstag mit, im Auftrag des Flughafens Grundwasseruntersuchungen auf dem Airport-Gelände durchgeführt. Derzeit erfolgt in Abstimmung mit dem Flughafen die „Probennahme für die Fahnenaufnahme 2015“. Weil die Laboranalytik vier bis sechs Wochen Zeit braucht, ist im kommenden Januar mit aktuellen Ergebnissen zu rechnen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben