Coronavirus

Corona: Düsseldorf schränkt öffentliches Leben teilweise ein

Oberbürgermeister Thomas Geisel beantwortet Fragen der Journalisten.

Oberbürgermeister Thomas Geisel beantwortet Fragen der Journalisten.

Foto: Fabian Strauch / dpa

Düsseldorf.  OB Thomas Geisel appelliert an die Solidarität der Düsseldorfer. Schulen und Kindergärten bleiben geschlossen: Notbetreuung ist sichergestellt

Schulen und Kitas, Museen und Sportanlagen sowie viele weitere öffentliche Einrichtungen bleiben ab Montag auch in Düsseldorf geschlossen. Das erklärte OB Thomas Geisel am Freitagnachmittag. So soll verhindert werden, dass viele Menschen in kurzer Zeit mit dem Corona-Virus infiziert werden. Auch soll es eine Hotline für Menschen aus Risikogruppen geben. „Ich hätte mir vor 72 Stunden nicht vorstellen können, wie schnell das alles geht“, sagte Geisel.

Ab Montag bis zum Beginn der Osterferien blieben Schulen und Kitas geschlossen. Für Menschen, die in wichtigen Berufen arbeiten, wie der Energieversorgung oder dem Gesundheitswesen, soll es ein Angebot von Notbetreuungen geben. Dadurch soll die Verbreitung des Virus verlangsamt werden. „Besonders Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen müssen geschützt werden. Für diesen Personenkreis müssen alle sozialen Kontakte vermieden werden. Die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems darf nicht überstrapaziert werden“, so Geisel.

Hotline für Menschen aus Risikogruppe

Außerdem gibt es nun eine Hotline für Menschen aus dieser Risikogruppe. Diese ist am Samstag unter der 0211-8998999 von 8 bis 14 Uhr und ab Montag von 7 bis 19 Uhr erreichbar. Wer zu einer gefährdeten Gruppe gehört, erhält dort Hilfe zur Versorgung. Freiwillige der Wohltätigkeitsorganisationen können für diese Menschen Einkäufe erledigen. Wie dieses Angebot am Ende bezahlt wird, sei später zu klären, sagte der OB. „Wichtig ist, dass dieses Angebot funktioniert und dass es in Anspruch genommen wird. Deswegen wollen wir die Leute sensibilisieren.“ Wenn es nötig ist, könne über diese Hotline auch ein Transport organisiert werden. Denn „gefährdete Gruppen sollten keinen ÖPNV nutzen“, sagte Geisel.

Falls die finanzielle Hilfe, die Bund und Länder für Unternehmen angekündigt haben doch nicht so schnell und unbürokratisch kommen kann, wie angekündigt, habe die Stadt einen Sondertopf in Höhe von 500.000 Euro bereitgestellt.

„Zentren plus“ müssten geschlossen bleiben

Neben den Schulen werden auch weitere Bereiche des öffentlichen Lebens eingestellt. „Veranstaltungen müssen bis auf weiteres unterbleiben“, erklärte Geisel. „Der Service in den Bürgerämtern wird reduziert und durch Online- und Telefonservice ausgeglichen.“ Doch auch die „Zentren plus“ müssten geschlossen bleiben. Zu hoch sei das Risiko für die Senioren, die sich dort sonst treffen. Die Mitarbeiter in den Zentren sollen die Senioren über die Hilfsangebote der Stadt informieren.

Ebenfalls geschlossen bleiben die städtischen Sportanlagen. „Die Kapazitäten für Vereinssport sind derzeit auf Null“, sagte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche. Er appelliere daher an die Vereine und auch die Düsseldorfer Bädergesellschaft, den Betrieb auszusetzen. „Die Situation ist eine enorme Herausforderung und wird uns in den kommenden Tagen und Wochen vor weitere Herausforderungen stellen“, betonte Hintzsche. „Wir werden alles sicherstellen, was für die Versorgung notwendig ist.“ Daher gelte ab Montag ein Notbetreuungsangebot für Kinder deren Eltern einen für die Versorgung wichtigen Beruf ausführen. 367 Betreuungsgruppen werden eingerichtet – an jeder Kita eine. Dabei hoffe er auf die Selbsteinschätzung der Betroffenen, zu beurteilen, ob sie dieses begrenzte Angebot wirklich brauchen. Am Montag und Dienstag werden zudem die Lehrer an den Schulen vor Ort sein, damit Schulkinder betreut werden können, falls dies nötig ist. „Wie wir dann ab Mittwoch weiter verfahren, steht noch nicht fest. Ich gehe aber davon aus, dass wir ein ähnliches Notangebot einrichten werden wie bei den Kitas.“

Kulturelle Einrichtungen dicht

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe erklärte, dass auch alle weiteren Kultureinrichtungen vorerst geschlossen bleiben. Das betrifft Museen, die Stadtbüchereien, die Volkshochschule (VHS) und die Clara-Schumann Musikschule. Auch die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf verschob den für Anfang April geplanten Semesterstart auf den 20. April.

Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes, Informierte abschließend über die aktuellen Zahlen in Düsseldorf. „Derzeit sind 21 Fälle bekannt. Einer davon liege auf einer Intensivstation. Bei 16 weiteren Abstrichen steht das Testergebnis noch aus“, so Göbels. „Aktuell kommen weltweit 65 Prozent der neuen Fälle aus Europa, in der letzten Stunde allerdings auch nur 25 aus China. Das zeigt, dass die Maßnahmen funktionieren und dass es ein Leben nach Corona gibt“, beruhigt er.

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