Tierschutz

Stiftung entlarvt Skandal-Ministerin in Düsseldorf

Sind von der NRW-Landwirtschaftsministerin enttäuscht (v.l.): David Steinlin, Annelie Schmidt (Passantin), Erkan Azatoglo (Passant), Aaron Bangert, Dominik Babic (Passant), Judith Hüwe, Nicolas Thun

Sind von der NRW-Landwirtschaftsministerin enttäuscht (v.l.): David Steinlin, Annelie Schmidt (Passantin), Erkan Azatoglo (Passant), Aaron Bangert, Dominik Babic (Passant), Judith Hüwe, Nicolas Thun

Foto: Nele Elson

Düsseldorf.   Albert-Schweitzer-Stiftung informierte jetzt am Heine-Platz über Tierschutzverletzungen auf dem Hof von Christina Schulze Föcking.

Ein Wagen mit einem riesigen Schwein mit der Aufforderung „Probier’s vegan...“ stand gestern auf dem Heinrich-Heine-Platz vor dem neu-eröffneten Designer-Oulet „Saks Off 5th“. Im Inneren des Wagens wird ein Dokumentarfilm abgespielt. Zu sehen sind Aufnahmen aus dem Massentierhaltungsbetrieb der NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking (CDU). Die Aufnahmen der Organisation Tierretter.de sorgten vor bei „Stern TV“ auf RTL für einen handfesten Skandal.

„Wie kann die Ministerin sich glaubhaft für Tierschutz einsetzen, wenn sie eklatante Missstände im eigenen Betrieb billigend in Kauf nimmt?!“ fragt sich Nicolas Thun vom „Einsatzteam Straßenkampagne“ der Albert-Schweitzer-Stiftung, die sich für den Tierschutz einsetzt. „Dass die Staatsanwaltschaft kein Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet hat, trifft uns sehr.“

Gegen den Mann der Ministerin wird weiter ermittelt

Die Aufnahmen seien im März und Juni 2017 gemacht worden, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Ministerin nachweislich jede Zuständigkeit für die Leitung des Betriebes, die Haltung und die Betreuung der Tiere ganz an ihren Mann abgegeben haben soll. Deshalb bestehe gegen sie laut Staatsanwaltschaft Münster kein Verdacht einer Straftat. Da sich die Strafanzeige aber auch gegen den Mann der Ministerin und andere, im Schweinestall der Familie tätige Personen richtet, werden die Ermittlungen weiter laufen.

Viele fordern den Rücktritt beziehungsweise die Entlassung der Ministerin.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung informierte gestern am Heinrich-Heine-Platz nicht nur über den jüngsten Skandal, sondern über Massentierhaltung allgemein. Die Tage zuvor waren sie in Bonn und Köln unterwegs.

Positiv motivieren und nicht nur schocken

„Die Leute kaufen sich teure Markenklamotten und reisen um die Welt, haben aber angeblich kein Geld für gutes Fleisch“, sagt Annelie Schmidt, eine Passantin, die sich am Stand informieren ließ.

Die Tierschützer gehen einen Schritt weiter, als nur auf Billig-Fleisch zu verzichten: „Wir wollen positiv motivieren, öfter pflanzliche Rezepte auszuprobieren. Deshalb arbeiten wir nicht nur mit schlimmen Schockbildern.“

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