Karneval

Stunksitzung begeistert jeckes Publikum in Düsseldorf

Spaß auf der Stunksitzung (v.l.): Carolin Stähler (der Kopf auf dem Tisch), Harry Heib und Franziska Lehmannt.

Spaß auf der Stunksitzung (v.l.): Carolin Stähler (der Kopf auf dem Tisch), Harry Heib und Franziska Lehmannt.

Foto: Günter Krajewski

Düsseldorf.  Mit politischem Witz, tollem Gesang und viel Charme gelang auch im 25. Jahr eine rundum gelungene Stunksitzung im Club des Capitol Theaters.

Die fünfte Jahreszeit beherrscht das Rheinland. Eine Hoppeditz-Guerilla unterwandert die bunte Gesellschaft. Im ausverkauften Club des Capitol Theaters halten sich Robin Hood, Abtaucher, Marienkäfer und andere schräge Gestalten am Bierglas fest, um nicht vor Lachen unter den Biertisch zu kegeln. Oder sie nehmen zügig einen großen Schluck, um das im Hals stecken gebliebene Lachen herunterzuspülen. Die „Kabarettshow zur Karnevalszeit“ des Stunksitzung-Ensembles um die Autoren Martin Maier-Bode, Jens Neutag und Sabine Wiegand sticht auch im 25. Jahr mit aktuellem Scharfblick und hintergründigem Witz.

Schwächelnd ist ausschließlich die Rahmenhandlung der Show „Die Hoppeditz-Guerilla – Rosenmontag for Future“. Der rote Faden um Jan Wellem und zu findende Superhelden webt ein Netz inklusive doppelten Boden, welches die Sketche mit ihrem freischwebenden Esprit gar nicht benötigen. Sabine Wiegand setzt ihre Paraderolle als Angela Merkel brillant um. Es ist anrührend, wenn sie in Anlehnung von „Should I stay or should I go“- „Warum lasst ihr mich nicht gehen?“ singt.

Feinen Kabarett-Charakter haben die Nummern, in denen Merkel ihrem Kabinett die Leviten liest. Altmeier, AKK, Klöckner bekommen Sätze zu hören, die man sich auch im realen Politikerleben wünscht. So bekommt Kramp-Karrenbauer die Ansage, dass es durchaus erfolgreiche Parteivorsitzende aus dem Saarland gäbe – Erich Honneker beispielsweise. Herrlich ist es, wenn über die Heilige Ursula (von der Leyen) sinniert wird. Sie ist der erste Mensch überhaupt, der nicht als Merkel-Ministerin verbrannt wurde und nun als Königin über Europa herrscht. Für sie kompatible Staatslenker wird sie einfach selbst gebären. Als bitter entlarvend präsentiert sich die „Nazi-Therapiestunde“. Teilnehmer Rico stammt beispielsweise aus dem Osten. Dort gibt es keinen Bus, keine Frauen und kein Internet – was soll er also tun? Mitläuferin Sigrid kann einfach nicht anders. Sie ist Dortmund-Fan, würde aber durchaus in Gelsenkirchen in blau-weiße Klamotten gekleidet „Schalke“ schreien. Und in der Tat, es gibt Ungerechtigkeiten in der deutschen Neidgesellschaft. „Die Ausländer bekommen Deutschkurse – und wir?“

Als Knaller der Show entpuppt sich Franka von Werden. Sie ist die Elternzeitvertreterin des Ensemblemitglieds Ilva Melchior. Von Werden spielt, tanzt, singt und überwältigt mit ihrem Charme. Ihr Auftritt „Kölle“ nach Lady Gagas Hit „Shallow“ schenkt dem Premierenpublikum einen grandiosen Moment des Frohsinns.

Restkarten gibt es für folgende Termine: Mittwoch, 12. Februar, Sonntag 16. Februar, und Mittwoch 19. Februar, jeweils 19 Uhr unter www.stunk.net oder www.capitol-theater.de, Club im Capitol Theater, Erkrather Straße 30

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