Karneval

Tausende Jecke feiern friedlich Altweiber in Düsseldorf

Düsseldorf helau! Verkleidete Frauen werfen Konfetti vor dem Rathaus. Die Narren stürzten sich spätestens ab 11.11 Uhr in den Straßenkarneval: Mit Weiberfastnacht beginnen die tollen Tage bis Aschermittwoch.

Düsseldorf helau! Verkleidete Frauen werfen Konfetti vor dem Rathaus. Die Narren stürzten sich spätestens ab 11.11 Uhr in den Straßenkarneval: Mit Weiberfastnacht beginnen die tollen Tage bis Aschermittwoch.

Foto: Fabian Strauch / dpa

Düsseldorf.  Auch in diesem Jahr schunkelten Engel, Bienen und Piraten gemeinsam durch die Düsseldorfer Altstadt. Jecke freuten sich über milde Temperaturen.

Wenn die Königsallee, eine der bekanntesten Shoppingmeilen Deutschlands, wie leer gefegt scheint, die Leute bereits um 11 Uhr morgens in einer brechend vollen Altstadtkneipe ihr erstes Alt genießen und auf dem Marktplatz Engel, Bienen und Piraten zu Schlagern schunkeln, dann ist klar: Es ist wieder Straßenkarneval.

Wetter war zum größten Teil auf der Seite der Narren

An Altweiber versammelten sich am Donnerstag wieder tausende Jecke in der Innenstadt, um die fünfte Jahreszeit zu feiern. Das Wetter war dabei zum größten Teil auf der Seite der Narren, Wind und einige kleine Schauer konnten das sonnige Gemüt und die (fast) frühlingshaften Temperaturen kaum trüben.

Buntes Treiben am Rathausplatz

Bereits am Vormittag begann sich die Altstadt stetig zu füllen: „Ich bin bereits seit heute Morgen unterwegs und treffe mich gleich mit Freundinnen auf dem Rathausplatz. Dort ist die Stimmung immer am besten“, sagt Düsseldorferin Claudia Esser. Danach will die 52-jährige mit ihrer Truppe weiterziehen, in eine der zahllosen Kneipen, aus denen schon früh lauter Schlager dröhnt. Der Rathausplatz ist wie zu erwarten voll, auch auf dem Burgplatz herrscht buntes Treiben, eine verkleidete Blaskapelle sorgt für Stimmung. Abseits davon bleiben viele Bereiche der Altstadt aber erstaunlich leer: die Ratinger Straße, im vergangenen Jahr ab mittags brechend voll, wäre selbst für Autos noch gut passierbar, und auch auf der Kurze Straße ist nach 12 Uhr noch nicht allzu viel los. Dafür umso mehr an der Ecke am Uerige, an der auch die beiden als Clown verkleideten Düsseldorfer Manfred und Ulrike Herler stehen: Beide haben sich im Düsseldorfer Karneval vor 32 Jahren kennengelernt – die fünfte Jahreszeit ist für sie mehr, als nur Verkleiden, Musik und Tanzen. „Wir gehen jedes Jahr in die Altstadt, ohne Karneval wäre das Leben für uns nur halb so schön“, sagen beide. Besonders freut sich das Karnevalspärchen auf den Rosenmontagszug, der sei jedes Jahr erste Klasse: „Jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen“. Zur Not werde der Zug daheim im Fernsehen geschaut.

Für einige das erste Mal Düsseldorfer Straßenkarneval

Auf dem Rathaus-Balkon lässt sich immer wieder Oberbürgermeister Thomas Geisel blicken, der die Menge am Marktplatz grüßt, Live-Musik schallt von einer Tribüne über das proppenvolle Gelände. Obwohl der Karneval in Düsseldorf schon länger zuhause ist, verschlägt es immer wieder Leute zum ersten Mal in der fünften Jahreszeit an die Rheinmetropole. So etwa auch Jasmin Haag aus Krefeld. Die 29-Jährige war schon öfter mit Freunden an Altweiber in Köln feiern „aber noch nicht in Düsseldorf“ beteuert sie. Dieses Jahr also ein Tapetenwechsel. „Die Stimmung ist hier aber mindestens genauso gut wie in Köln, es sind einfach unglaublich viele Menschen unterwegs“, so die Krefelderin, die auf dem Weg zum Uerige ist, um sich mit Freunden zu treffen.

Im Gegensatz zu ihr ziehen Peter Bierle und seine Truppe nach eigener Aussage schon gefühlt seit Beginn des ersten Straßenkarnevals durch Düsseldorf, dieses Jahr verkleidet als Piraten: „Heute ist es genau so warm wie im letzten Jahr, wir Jecken haben wirklich Glück mit dem Wetter“, sagt er. Aber auch wenn es regnet, gäbe es Ausweichmöglichkeiten: „Zum Beispiel das Schlösser-Zelt auf dem Burgplatz. Da werden wir später auch weiterfeiern“, so Bierle.

Warteschlangen vor dem Partyzelt

Da kann man nur die Daumen drücken: die Schlange vor dem Schlösser Zelt reicht mit dutzenden Wartenden über den ganzen Burgplatz. Eine in der Schlange ist Katrin Dierich, 37 Jahre alt. „Ich treffe mich mit Freunden im Schlösser Zelt, die anderen sind schon drin. Leider habe ich meine Bahn verpasst und muss jetzt erstmal alleine anstehen“, sagt sie. Michael Grieß und Klaus Wönner wollen ebenfalls in das Partyzelt: „Wir feiern immer abwechselnd in Köln und in Düsseldorf. Dieses Jahr ist wieder Düsseldorf dran“, sagt Wönner. „Am Rosenmontag sind wir aber eigentlich immer in Düsseldorf, da der Zug hier einfach am besten ist“, ergänzt Grieß.

Die Stimmung bleibt in der Stadt auch am Nachmittag friedlich. Wildpinkler sieht man selten, dafür viele Menschen an den von der Stadt bereitgestellten Pissoirs, die wohl gut angenommen werden. Auch die Glas-Kontrolle an den Eingängen zur Altstadt klappen – wie im vergangenen Jahr – wunderbar. Kein Scherbenteppich in der Altstadt und keine langen Schlangen vor der Kontrolle – so wünscht man sich das auch in Zukunft.

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