Rosenmontagszug

Tierschützer fordern Pferdeverbot im Düsseldorfer Karneval

Pferde gehören für viele Karnevalisten zur Tradition dazu: Tierschützer sehen darin jedoch eine Gefahr für Mensch und Tier.

Pferde gehören für viele Karnevalisten zur Tradition dazu: Tierschützer sehen darin jedoch eine Gefahr für Mensch und Tier.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Düsseldorf.  Eine Initiative will Pferde im Düsseldorfer Karneval verbieten. In Köln waren Karnevalisten durch Pferde verletzt worden. Was das CC dazu sagt.

Fünf verletzte Menschen 2018 in Köln und neun Verletzte 2017 in Bonn – immer wieder kommt es im Straßenkarneval zu Unfällen, weil Pferde wegen des immensen Stresses durchgehen und in die Menge galoppieren. In vielen Städten NRWs wurde nach dem Kölner Kutschen-Unglück die berittenen Karossen bei Karnevalsumzügen verboten. Doch vielen geht das nicht weit genug: Tierschützer fordern wieder das allgemeine Pferdeverbot für die Umzüge an den jecken Tagen.

„Wie die Unfälle in den vergangenen Jahren im Bonner und auch im Kölner Rosenmontagszug gezeigt haben, ist ein Verbot von Pferden in Rosenmontagszügen längst überfällig“, heißt es von der Pferdeschutz-Initiative 2015, die ein Verbot der Tiere auch im Düsseldorfer Karneval fordert.

Pferde seien ein hohes Sicherheitsrisiko. Immer wieder gebe es durch den Einsatz der Pferde Verletzungen bei den Teilnehmern der Umzüge, den Zuschauern und auch bei den Pferden. Nicht nur in Köln und Bonn hatte es Verletzte durch in Panik geratene Tiere gegeben – 2017 war eine Frau beim Gerresheimer Schützenumzug von einem austretenden Pferd am Kopf getroffen worden.

Düsseldorf: Kutschen sind im Straßenkarneval bereits verboten

Zugegebenermaßen hat das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) auf die Unfälle in Köln und Bonn reagiert und Kutschen, die in beiden Städten in die Unfälle involviert waren, bei den Umzügen in Düsseldorf verboten. Doch Pferde sollen weiterhin zugelassen sein, „und daran wird sich auch nichts ändern. Berittene Pferde sind weiterhin zugelassen“, wie CC-Sprecher Hans-Peter Suchand erklärt.

Für die Tierschützer steht jedoch fest: „Von Natur aus sind Pferde Fluchttiere“, sagt Brigitte Kübbeler, Sprecherin der bundesweit tätigen Pferdeschutz-Initiative, „die Flucht ist ihr Naturell, blitzschnell reagieren sie und können durchgehen“. Egal ob mit oder ohne Kutsche – beim Karneval hätten Pferde nichts zu suchen.

Laut CC gelten strenge Regeln: „Am Karnevalsumzug werden 32 Pferde teilnehmen. Die Reiter müssen über einen Reitpass verfügen und sitzen nicht nur einmal zu Karneval, sondern das ganze Jahr über im Sattel“, sagt Sven Gerling, Organisator des Düsseldorfer Karnevals und zuständig für den Bereich Sicherheit. Am Mittwoch wollen sich die Karnevalsvereine, die mit Pferden am Zug teilnehmen, mit dem CC treffen und den Ablauf absprechen.

Karneval: Pferde müssen Stress-Prüfung bestehen

Einer dieser Vereine ist auch das Amazonenkorps, 1934 gegründet ist der Verein bis heute der einzig selbstständige Damenreitkorps im Düsseldorfer Karneval. „Die Pferde werden das ganze Jahr über vorbereitet und wir tun alles dafür, dass es den Tieren so gut wie möglich geht. So vermeiden wir etwa lange Stehzeiten für die Tiere“, sagt Heike Schnitzer, Rittführerin beim Amazonenkorps. Pferde, die am Zug teilnehmen, müssen etwa eine so genannte Gelassenheitsprüfung bestehen, eine Prüfung, bei der das Verhalten der Pferde in Stresssituationen getestet wird.

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