Musik

Trio Ivoire spielte in Langenfeld

Foto: Lars Heidrich /WAZ Fotopool

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Langenfeld. Am Sonntag spielte das Trio Ivoire im Flügelsaal afrikanische Musik. Balafon und Mbira erklangen mit Klavier und Schlagzeug.

Nach besinnlichen Pianominuten greift Aly Keita mit seinem Balafon den Rhythmus auf, gefolgt von Schlagzeuger Chanders Sardjoe. Langsam steigert sich die Geschwindigkeit.

Den trügerisch ruhigen Auftakt spielte Hans Lüdemann beim Konzert des Trio Ivoire am Sonntagabend im Flügelsaal.

Stellenweise wird ein schier rasendes Tempo erreicht. Da hat das Publikum erhebliche Mühe, den Takt mitzuklatschen. Je virtuoser Keita mit seinen Schlägeln das Instrument bearbeitet, desto beeindruckter sind die Zuhörer.

Faszinierend ist die Harmonie, die zwischen den unterschiedlichen Musikern herrscht. Unübersehbar der Spaß, den die drei an ihrer Musik haben - das gegenseitige Anlachen, das Eingehen aufeinander. „Wir proben gar nicht mal besonders häufig zusammen,“ verrät Lüdemann. „Uns schweißt das gemeinsam Erlebte zusammen.“

Bereits zum zweiten Mal sind Pianist Hans Lüdemann und der von der Elfenbeinküste stammende Aly Keita im Flügelsaal zu Gast. Im November lieferten sie eine Kostprobe ihres zeitgenössischen Sounds anlässlich Razeea Lindners Ausstellungseröffnung „Cage“ im Kunstverein Langenfeld. „Da haben sie uns so gut gefallen, dass wir unbedingt ein ganzes Konzert mit ihnen wollten!“, begeistert sich Elke Tenderich-Veit, Finanzbuchhalterin des Kunstvereins.

Diesmal haben sie ihren niederländischen Kollegen Chander Sardjoe dabei, bilden das Trio Ivoire - und präsentieren hier ihre aktuelle CD „Across the Oceans“.

Aly Keita ist der Magier des Balafons

Ein treffender Titel, lernten Pianist Lüdemann und Balafonist Keita sich doch über die Ozeane hinweg kennen. Während einer Solotournee durch Westafrika traf der gebürtige Hamburger hier den von der Elfenbeinküste stammenden Magier des Balafons. Nach einem Jahr der Zusammenarbeit gründeten die beiden 1999 gemeinsam mit dem britischen Schlagzeuger Steve Argüelles das Trio Ivoire. Abgelöst wurde der Drummer vor drei Jahren von Sardjoe.

Das Balafon spielt der auf Mali aufgewachsene, aus einer Musikerfamilie stammende Keita bereits seit seiner Kindheit. Seine Instrumente baut er selbst. Das typisch afrikanische Instrument ist der Urahn aller Stabspiele, zu denen auch das Xylophon gehört. Es besteht aus einer in bestimmter Tonfolge angebrachten Klanghölzern, unter welchen ausgehöhlte Kürbisse als Resonanzkörper befestigt sind.

Ein weiteres von Keita gespieltes Instrument ist die Mbira, ein mit Metallzungen besetztes Holzbrett. Durch Zupfen der Metallzungen mit den Daumen entlockt der Spieler ihm die Töne.

„Anfangs fand ich die ganze Darbietung ganz schön schräg“, meint Düsseldorfer Hermann Kastens. Lüdemann kenne er durch andere Projekte. Dessen afrikanischen Stücke habe er noch nicht gehört: „Ich hatte mir aber einiges davon versprochen. Später wurde es dann sehr rund.“ Die Anreise habe sich für ihn gelohnt.

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