Stadtplanung

Trotz Baustellen ist die Schadowstraße so teuer wie die Kö

Der Kö-Bogen wächst. Wenn er 2013 fertig ist, werde das Umfeld wie die Schadowstraße noch attraktiver, meint Makler Andreas Siebert.

Der Kö-Bogen wächst. Wenn er 2013 fertig ist, werde das Umfeld wie die Schadowstraße noch attraktiver, meint Makler Andreas Siebert.

Foto: WAZ FotoPool

Düsseldorf.   Trotz aller Baustellen in Düsseldorf bleibt die Schadowstraße ein Renner für Geschäftsimmobilien, die Nachfrage nach Ladenlokalen ist unverändert hoch.

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Die Spitzenmieten für Geschäfte sind dort seit neun Jahren um 63 Prozent gestiegen, mit 245 Euro pro Quadratmeter im Monat sind sie kaum günstiger als an der Kö, wo sie im gleichen Zeitraum um 43 Prozent stiegen und bei 255 Euro pro Quadratmeter und Monat liegen.

Für einen 500 Quadratmeter großen Laden macht das 127 500 Euro monatlich. Zudem verlagert sich das Interesse der großen Marken für die Luxusmeile immer mehr in Richtung Kö-Bogen, weiß Andreas Siebert, Chef für den Handels-Immobilienmarkt beim internationalen Maklerbüro „Jones Lang LaSalle“.

Die Nachfrage und damit die Preise werden weiter steigen, wenn der Kö-Bogen fertig ist, berichtet Siebert: „Die Libeskind-Bauten definieren auch den Schadowplatz neu“, und damit ebenso die angrenzenden Einkaufsquartiere.

An der Schadowstraße entsteht an der Ecke Bleichstraße bereits ein neues Geschäftshaus, dort wird als Großmieter auf vier Etagen „Sport Scheck“ einziehen. Im neuen Haus Nummer 56 -58 wird sich das Modegeschäft „Primark“ niederlassen, so die Makler. Außerdem hat Rewe in der Nummer 87 den „Rewe to go“ eingerichtet. Der Abriss des Tausendfüßlers werde die Attraktivität der innerstädtischen 1a-Lagen erhöhen, ist sich Siebert sicher. Bisher allerdings habe der Kö-Bogen noch keine Rolle bei der Preissteigerung gespielt.

Alles nah beieinander

Doch weil Düsseldorf als Metropole Markenunternehmen anziehe, so die Makler, sind selbst für die großen internationalen Top-Namen einfach keine Geschäfte frei. Investoren suchen ständig nach Häusern. Es sind übrigens überwiegend Deutsche, die an Kö und Schadowstraße investieren.

Dass Kö, Schadowstraße und auch die Flinger Straße so beliebt sind, kann Siebert leicht erklären: Es gibt breite ruhige Flaniermeilen zum Shoppen, alle Arten von Geschäften sind in einem Umkreis von knapp 400 Metern zu erreichen, „das finden sie in kaum einer anderen Metropole.“ Zudem ziehe Düsseldorf neben den Touristen auch Kunden aus dem gesamten Umland an. Essen beispielsweise habe dagegen erheblich verloren.

Luxus will zu Luxus: Große Marken wie „Abercrombie & Fitch“ wollten mit dem ersten Laden in Deutschland an die Kö, hätten sich deshalb an der Ostseite niedergelassen. Andere internationale Top-Namen stehen auf der Warteliste - „aber die wollen in ein ganz bestimmtes Umfeld und warten auch mal Jahre, bis genau am richtigen Platz etwas an der Kö frei wird“, berichtet der Makler. An manchen Läden wechselt dennoch bald der Name: Im Spätsommer wird das türkische Modelabel „Sarar“ den Herrenausstatters Herbert Stock ersetzen, und „Nespresso“ werde zum Weihnachtsgeschäft zwei Etagen an der Kö 19 belegen.

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