Kritik

Umstrittener Kredit an Rheinmetall

Die Rheinmetall AG soll deutsche Exportkontrollen umgehen, da ihre Produktion ins Ausland verlagert wurde.

Foto: Matthias Balk

Die Rheinmetall AG soll deutsche Exportkontrollen umgehen, da ihre Produktion ins Ausland verlagert wurde. Foto: Matthias Balk

Kritik von „Urgewald e.V.“ an Düsseldorfer Stadtsparkasse. Sie ist an einem Millionenkredit an den Rüstungskonzern beteiligt

Am Weltspartag, der an diesem Freitag ist, locken Sparkassen die Kunden gerne mit kleinen Geschenken in die Filialen. Doch nun steht die Düsseldorfer Stadtsparkasse in der Kritik. Der Vorwurf: Die Stadtsparkasse hat sich Ende 2015 mit weiteren Banken an einem Millionenkredit für den größten deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall beteiligt, der seinen Sitz ebenfalls in Düsseldorf hat.

Rheinmetall stehe laut Urgewald e.V. für einen „hemmungslosen Export von Panzern, Munition und sonstigen Rüstungsgütern in Krisen- und Kriegsregionen“.

Zudem würden sie sich deutschen Exportkontrollen entziehen, da ihre Produktion ins Ausland verlagert worden sei. „Wir beschäftigen uns mit ethnisch problematischen Geschäften – und dieser Kredit gehört zweifelsfrei dazu“, sagt Moritz Schröder von Urgewald, der die allgemeine Geschäftspolitik der Stadtsparkasse stark anzweifelt. Der Verein sieht sich seit Jahren als „Anwalt für Umwelt und Menschenrechte“ und ist sehr besorgt.

Geschosse in Zivilisten

Denn durch die finanzielle Unterstützung boomt das Munitionsgeschäft bei dem Konzern, der durch die Auslagerung der Produktion ungehindert exportieren kann. „Rheinmetall exportiert unter anderem an autoritäre Regimes“, so Schröder. So liefere Rheinmetal beispielsweise an Länder im Mittleren Osten wie Saudi-Arabien, die sich in einem Konflikt mit dem Jemen befinden. „Es wurden schon Rheinmetallgeschosse in Zivilisten gefunden. Der Konzern fährt eine höchstproblematische Strategie – und das ist nur eines zahlreicher Fallbeispiele“, sagt Schröder.

Bei der Stadtsparkasse schätzt man die Lage allerdings ganz anders ein – und möchte auch das Wort „Rüstungskonzern“ nicht in den Mund nehmen. „Das ist ihre Wertung“, sagt Stadtsparkassen-Sprecher Gerd Meyer auf Nachfrage der NRZ, „natürlich ist Rheinmetall Defence ein großer Bestandteil. Und natürlich werden in diesem Bereich des Konzerns Dinge produziert, die zum Rüstungsgeschäft gehören – aber nicht nur.“ Zudem gebe es noch „wehrhafte Demokratien“. Für die Stadtsparkasse sei daran nichts verwerfliches zu finden, so Meyer weiter. Rheinmetall sei seit Jahren ein großes und wichtiges Unternehmen für die Landeshauptstadt – und ein Mitglied des Konzerns säße auch im Wirtschaftsbeirat der Stadtsparkasse.

Außerdem sei Rheinmetall sicher nicht der einzige Konzern, der seine Produktion ins Ausland verlagert habe. Auch an dieser Firmen-Praxis findet Meyer nichts Anstößiges. Die Stadtsparkasse stehe hinter der getroffenen Entscheidung.

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