Plagiatsvorwurf

Uni Düsseldorf entzieht TV-Pädagogin Koch den Doktortitel

Die Uni Düsseldorf entzieht einer TV-Pädagogin ihren Doktortitel: Sarah Sophia Koch - bekannt aus "Die Schulermittler" und "Teenager in Not" soll geschummelt haben.

Die Uni Düsseldorf entzieht einer TV-Pädagogin ihren Doktortitel: Sarah Sophia Koch - bekannt aus "Die Schulermittler" und "Teenager in Not" soll geschummelt haben.

Foto: Stephan Jansen/Symbol

Düsseldorf.  TV-Pädagogin Sarah Sophia Koch soll Teile ihrer Doktorarbeit abgeschrieben haben. Die Uni Düsseldorf entzieht ihr den Titel – Koch reicht Klage ein.

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Plagiatsfundstellen auf 40 von 139 Seiten – zu diesem Ergebnis kommt die Internetplattform "VroniPlag Wiki" bei der Untersuchung der Doktorarbeit von RTL2-TV-Pädagogin Sarah Sophia Koch. Wie die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) auf Anfrage bestätigt, wurde Koch der Doktortitel rückwirkend zum 5. Februar entzogen.

Bekannt ist Koch aus „Die Schulermittler“ und „Teenager in Not“. Zurzeit ist die 31-Jährige als Familientherapeutin auf RTL2 in der Doku-Reihe „Alleinerziehend! – Ein 24-Stunden-Job“ zu sehen.

Koch klagt vor dem Verwaltungsgericht

Der Grund für den Entzug ihres Doktortitels sei „wissenschaftliches Fehlverhalten“, teilt die Düsseldorfer Uni mit. Mehr kann Victoria Meinschäfer, Sprecherin der Philosophischen Fakultät der HHU, mit Hinweis auf ein laufendes Verfahren nicht sagen: Gegen die Entscheidung des Fakultätsrats hat Koch Klage beim Verwaltungsgericht eingelegt.

Auf ihrem Instagram-Auftritt postet Koch ein Foto von einem Poster mit der Aufschrift „everything will be okay in the end. if it's not okay, it's not the end“, was soviel heißt wie: Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“. Dazu schreibt Koch: „Positiv Denken auch wenn es schwer fällt. #hartezeit #selbstschuld.“

Plagiatstext auf 28,8 Prozent aller Seiten

Ihre Dissertation zum Thema „Mentalisierungsfähigkeit der Mutter und kindliche Bindung“ hatte die Diplom-Pädagogin 2011 vorgelegt. Die Plagiatsuche-Plattform „VroniPlag Wiki“ hat auf 28,8 Prozent aller Seiten der Doktorarbeit Fremdtextübernahmen gefunden.

Demnach finde sich auf elf Seiten 50 bis 75 Prozent Plagiatstext. Auf fünf Seiten seien sogar mehr als 75 Prozent des Textes ohne einen Hinweis oder mit Hinweis auf eine falsche Quelle abgeschrieben.

Zum Vergleich: Dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg weist die Plattform „GuttenPlag Wiki“ bei seiner Doktorarbeit Plagiatsfragmente auf 94,4 Prozent der Seiten nach. Im März 2011 war zu Guttenberg im Zuge der Plagiatsaffäre von seinem Amt als Verteidigungsminister zurückgetreten.

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