Volksfest

Unwetter vermasselt Besucherrekord bei der Rheinkirmes

Die  Kirmes musste am Samstagnachmittag wegen einer Unwetterwarnung den Betrieb einstellen, die Festwiese wurde geräumt.

Die Kirmes musste am Samstagnachmittag wegen einer Unwetterwarnung den Betrieb einstellen, die Festwiese wurde geräumt.

Foto: Foto: David Young / dpa

Düsseldorf.  Die Rheinkirmes in Düsseldorf musste am Samstag für dreieinhalb Stunden den Betrieb einstellen. Das macht sich bei den Besucherzahlen bemerkbar.

Zehn Tage Rheinkirmes sind vorbei, doch anders als in den Vorjahren konnte dieses Mal kein neuer Besucherrekord aufgestellt werden. 3,9 Millionen Besucher zählten Kirmes-Architekt Thomas König und Schützenchef Lothar Inden am Ende. 2018 waren es rund 4,2 Millionen Menschen. Der Grund: die Unwetterwarnung und die damit einhergehende Räumung am Samstag (20. Juli). Für gut 3,5 Stunden musste die Kirmes schließen.

300.000 bis 400.000 Besucher weniger

„Die Auswirkungen davon sind deutlich spüren. Dadurch waren gut 300.000 bis 400.000 Besucher weniger auf der Kirmes“, so Thomas König. Denn traditionell gilt der zweite Kirmessamstag als besucherstärkster Tag. König lobt allerdings, dass die Räumung reibungslos ablief. „Das Sicherheitskonzept hat da sehr gut funktioniert und auch die Koordinierung der einzelnen Stellen hat gut geklappt“, so König weiter.

Gegen 19 Uhr konnte die Kirmes am Samstag zudem wieder öffnen. „Die Besucher standen sofort wieder bereit. Die Schausteller konnten somit noch einiges an Gewinn erzielen.“ Wie wichtig das ist, bekommt Schützenchef Lothar Inden immer wieder mit. „Für einige Schausteller bringt die Rheinkirmes Rücklagen ein, wenn es woanders nicht so gut läuft.“

Ordnungskräfte, Rheinbahn und Polizei ziehen positive Bilanz

Doch trotz des schlechten Wetters am Samstag blicken Veranstalter, Ordnungskräfte, Polizei und Rheinbahn positiv auf die Rheinkirmes 2019 zurück. Rund 100 Polizeibeamte waren auf der Kirmes im Einsatz, am Feuerwerksfreitag noch einmal deutlich mehr, so Polizeisprecher Markus Niesczery.

Die deutliche Polizeipräsenz führte dazu, dass die Kriminalitätszahlen auf einem „historisch niedrigen Niveau“ sind, so Niesczery. So gab es bis Stand Sonntagnachmittag (21. Juli) 15 Körperverletzungen (2018: 29), zwei Raubdelikte (2) sowie 17 Taschendiebstähle (18). Bisher wurde auch kein einziges Sexualdelikt gemeldet (5). Zudem wurden 97 Platzverweise (122) ausgesprochen und 51 (49) Gefährderansprachen gehalten. „Bei einigen Grüppchen bedurfte es einer solchen Ansprache, danach war aber auch Ruhe“, so der Sprecher weiter.

Auch in Sachen Verkehr lief es ruhig ab. Wurden im vergangenen Jahr noch über 200 Fahrzeuge abgeschleppt, waren es in diesem Jahr knapp unter 100. Zudem wurde auch deutlich weniger Autoverkehr rund um die Kirmes verzeichnet. „Im vergangenen Jahr waren es über 47.000 Autos, in diesem Jahr sind wir bei etwas über 24.000“, so Carina Deppe von der Polizei. Viele Besucher reisen mit der Rheinbahn an.

85 Prozent der Besucher mit ÖPNV

Das bestätigte auch Rheinbahn-Sprecherin Heike Schuster. „85 Prozent der Besucher kommen mit der Bahn.“ Der neue Hochbahnsteig am Luegplatz erlebte zudem während der Rheinkirmes seine Feuerprobe. Dass alles so gut geklappt hat, sei eine Erleichterung, so Schuster. Die Besucher konnten schnell von der Haltestelle weitergeleitet werden, Durchsagen haben gut funktioniert.

Das alles sei jedoch mit erheblichen Personalaufwand verbunden, so Schuster weiter. So waren während der Kirmes 800 Mitarbeiter mehr im Einsatz als sonst, davon waren allein 500 Fahrer. Auch die Kirmes-Räumung sei gut koordiniert werden, teilweise wurden Bahnen von anderen Linien abgezogen.

255 Knöllchen verteilt

Das Ordnungsamt hatte zwei Schwerpunkte. Zum Einen die Verkehrsüberwachung. Es mussten 255 Knöllchen verteilt werden (2018: 259) und vier Wagen abgeschleppt werden (7). Zum anderen allgemeine Aufgaben des OSD. Dort wurden unter anderem sechs Verstöße gegen die Preisangabenverordnung festgestellt, fünf Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz und acht Jugendliche beim Rauchen erwischt. Es gab außerdem eine Lärmbeschwerde eines Anwohners.

Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) hatte man in diesem Jahr auch wenig zu tun. 386 mal mussten medizinische Hilfeleistungen erbracht werden (2018: 783), so Feuerwehrsprecher Thomas Hußmann.

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