Sicherheitskontrollen

Verdi: Engpass gefährdet Sicherheit am Flughafen Düsseldorf

Laut Verdi sollen täglich um die 70 Mitarbeiter zu wenig an den Sicherheitsschleusen im Einsatz sein. das führt in der Hauptreisezeit auch zu langen Warteschlangen beim Abflug.

Laut Verdi sollen täglich um die 70 Mitarbeiter zu wenig an den Sicherheitsschleusen im Einsatz sein. das führt in der Hauptreisezeit auch zu langen Warteschlangen beim Abflug.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf.  Der Vorwurf: Personalengpass an den Kontrollen gefährde die Luftsicherheit. Betriebsrat und Verdi nehmen Kötter und die Polizei in die Pflicht.

Die Kontrollkräfte an den Sicherheitsschleusen des Düsseldorfer Flughafens schlagen Alarm. Schon zum Ferienbeginn haben sie und die Gewerkschaft Verdi über Personalengpässe geklagt. Sie sehen die Luftsicherheit in der jetzigen Situation gefährdet. Nun wollen die Mitarbeiter des Sicherheits-Dienstleisters Kötter Druck machen und sich vor rechtlichen Folgen absichern. Gleichzeitig hoffen sie darauf, dass ihr Arbeitgeber, der Flughafenbetreiber und die Bundespolizei eine Lösung erarbeiten.

Personalengpass an der Sicherheitskontrolle am Flughafen Düsseldorf
Personalengpass an der Sicherheitskontrolle am Flughafen Düsseldorf
Anna Ernst

In einer Betriebsversammlung haben sie deshalb am Mittwoch beschlossen, mit sogenannten Überlastungsanzeigen ihren Arbeitgeber Kötter und auch den Auftraggeber Bundespolizei in die Pflicht zu nehmen, damit sich die Situation an den Sicherheitsschleusen entschärft. Dieses Instrument aus dem Arbeitsschutzgesetz bietet den Beschäftigten die Möglichkeit, auf personengefährdende Situationen aufmerksam zu machen und sich im Rahmen etwaiger Haftungsansprüche entlasten zu können. "Das bedeutet: Wenn hier Fehler passieren würden, sind die Mitarbeiter rechtlich nicht verantwortlich zu machen“, so Gewerkschaftssekretär Özay Tarim.

Die Flughafen-Gesellschaft Düsseldorf Airport sieht sich hier jedoch nicht in der Verantwortung: „Es handelt sich hierbei um ein behördliches Thema. Die Passagierkontrolle ist eine hoheitliche Sicherheitsaufgabe des Staates", so ein Sprecher.

20 Prozent Krankenstand wegen hoher psychischer Belastung

Laut Verdi sollen täglich um die 70 Mitarbeiter bei den Personenkontrollen fehlen. Die Gewerkschaft spricht von einer falschen Personalplanung. In der Folge müssten die eingesetzten Mitarbeiter bis zu sechs Stunden lang durcharbeiten, das werde in dem hochsensiblen Bereich zum Sicherheitsrisiko.

„In diesem Job braucht eine Kontrollkraft aber eine kurze Erholungsphase nach zwei Stunden. Es fließen sonst zwangsläufig Fehler ein. Die kriegt man einfach nicht mehr mit“, sagt Betriebsratsmitglied Steffen Demuth. Gerade in den Ferienzeiten bleibe kaum Zeit für kurze Pausen. Aufgrund der gestiegenen Belastung läge der Krankenstand derzeit täglich bei rund 20 Prozent.

Das Betriebsratsmitglied spricht von einer noch nie dagewesenen Situation", Die Hauptabflugzeiten hätten sich mittlerweile so über den Tag verteilt, dass die Beanspruchung des Sicherheitspersonals dauerhaft hoch sei. "Unsere Arbeit ist zwar nicht körperlich schwer, aber psychisch sehr anspruchsvoll. Darauf muss reagiert werden", so Steffen Demuth.

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