Sonntagsöffnung

Verdi wettert wegen Sonntagsöffnung gegen die Politik

Verdi

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Düsseldorf.   Die Gewerkschaft reagiert auf eine Sonntagsöffnung im März mit Unverständnis. Vertreter des Handels begrüßen die Entscheidung des Rates.

Die Einzelhändler in Stadtmitte, Altstadt und Carlstadt dürfen doch am Sonntag, 18. März, ihre Geschäfte öffnen – wenn der Termin vor Gericht besteht. Der Stadtrat machte, wie gestern kurz berichtet, den Weg für die Sonntagsöffnung zur Messe Prowein frei, obwohl zuvor in zwei Fachausschüssen und der Bezirksvertretung eine Mehrheit gefehlt hatte. Zuvor gab es erneut eine kontroverse Debatte, die auch innerhalb der Fraktionen verlief. Am Ende votierten 47 Ratsleute für die Öffnung, 26 waren dagegen. Die zweite Öffnung am 6. Mai in Benrath fand wie erwartet eine breite Mehrheit.

Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit Unverständnis auf die Entscheidung. „Wir hatten im Vorfeld erklärt, nicht gegen die Sonntagsöffnung in Benrath vorzugehen, haben jedoch die Ladenöffnung in der City zur Prowein begründet abgelehnt“, sagte Geschäftsführerin Stephanie Peifer. Die Messe sei nicht mit der Interpack vergleichbar. Eine Prognose über die Besucherströme für den 18. März liege zudem nicht vor.

Peifer wünscht sich mehr Mut der Politiker

Peifer bedauert, dass die Rats-Mehrheit und Oberbürgermeister Geisel der Empfehlung der Fachausschüsse, nur die Stadtteilsonntagsöffnung zu genehmigen, nicht gefolgt sind. Sie wünscht sich mehr Mut der Politiker, für den Sonntagsschutz einzutreten und nicht nur Großkonzernen gefallen zu wollen.

„Verwundert bin ich über die Haltung unseres Oberbürgermeisters. Sonntagmorgens in die Kirche und dann Sonntagsshopping mit der Familie?“, sagte sie in Anspielung auf Geisels Engagement in der evangelischen Kirche. Denn auch die Kirchen sind gegen Sonntagsöffnung.

Handel begrüßt die Entscheidung

Positiv nahm der Handel den Ratsbeschluss auf: „Der Wille zur Unterstützung des Handels hat sich letztlich durchgesetzt, wenngleich einige Vertreter im Rat sich diesem nicht angeschlossen haben“, kommentierte Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Nordrhein-Westfalen Rheinland. (gömi)

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