Restauration

Verein fordert Wiederaufbau des Düsselschlösschens

Burgplatz, Schlossturm und Düsselschlösschen in Düsseldorf im jahr 1903

Foto: Stadtarchiv Düsseldorf/Julius Söhn

Burgplatz, Schlossturm und Düsselschlösschen in Düsseldorf im jahr 1903

Düsseldorf.   In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Geisel bittet der Verein Stadtbild Deutschland, die Rheinpromenade denkmalgerecht zu sanieren.

Nachdem die Junge Union Düsseldorf Oberbürgermeister Thomas Geisel vorschlug das ehemalige Düsselschlösschen zu errichten (NRZ von gestern), bittet nun auch der Verein Stadtbild Deutschland, das Gebäude, welches 1902 an der Rheinuferpromenade errichtet wurde, wiederaufzubauen.

„Düsseldorf als Landeshauptstadt verfügt mit der Rheinuferpromenade über eine einzigartige Anbindung an den Rhein. Die bei Einheimischen und Touristen beliebte Promenade ist allerdings mehrfach umgestaltet worden, bedingt durch den Bau der Bundesstraße 1 und des späteren Rheinufertunnels“, schreibt der Verein, der sich nach eigener Aussage bundesweit für harmonische, lebenswerte und attraktive Stadtbilder einsetzt. Der damalige Abriss des im zweiten Weltkrieg zerstörten Schlösschen, sei von der Bevölkerung sehr kritisch gesehen worden, heißt es im Brief. Die autogerechte Stadt sei längst kein Leitmotiv für den Städtebau mehr. Die Rheinuferstraße ist unter die Erde, in den heutigen Rheinufertunnel, verlegt worden.

Geschichte Düsseldorfs soll erlebbar gemacht werden

„Weite Teile von Düsseldorf sind heute geprägt durch Nachkriegsbebauung und die sogenannte moderne Bauweise. Geschichte muss jedoch erlebbar und erfahrbar sein; es gibt nicht mehr viele Beispiele gelungener Jugendstilgebäude in der Düsseldorfer Innenstadt, erst recht nicht ein so verspieltes und repräsentatives Gebäude wie das Düsselschlösschen“, so die Initiatoren des Briefes an den Oberbürgermeister.

Nachdem die Rheinpromenade modern überplant wurde, habe man es versäumt, den historischen Teil denkmalgerecht zu sanieren und wiederherzustellen. Die als großes Ganzes von Johannes Radke errichtete Rheinuferpromenade sei heute nur noch Flickwerk. Es fehlten unter anderem Teile der Pegeluhr, die Kandelaber auf der Mauer, die einst ein beliebtes Fotomotiv darstellten, sowie als krönender Abschluss das Düsselschlösschen.

Düsselschlösschen könnte als Café genutzt werden

Der Verein möchte deshalb anregen, die heutige Rheinuferpromenade denkmalgerecht zu sanieren und wiederherzustellen. Das Düsselschlösschen würde nicht nur ein beliebtes Fotomotiv und stadtbildprägendes Gebäude werden – es soll darüber hinaus auch vielfältig genutzt werden. Beispielsweise als repräsentativer anmietbarer Aufenthaltsraum, Weinlokal oder als Informationsstelle.

Der Verein verweist darauf, dass es bundesweit viele, auch weitaus größere Beispiele gelungener Rekonstruktionen gebe, die auch von der Bevölkerung getragen und finanziell unterstützt würden. Das Hildesheimer Knochenhaueramtshaus, der Dresdner Neumarkt und aktuell das Frankfurter DomRömer-Projekt zeigten, wie positiv punktuelle Rekonstruktionen von der Bevölkerung aufgenommen würden. Viele Architekten lehnten Rekonstruktionen leider immer noch ab, Initiativen dazu kämen meist aus der Bevölkerung.

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