Weihnachten

Verlängerung des Weihnachtsmarkts kommt nicht gut an

In seiner offenen Werkstatt am Rathaus drechselt Burkhard Höschen das Holz in Form.

In seiner offenen Werkstatt am Rathaus drechselt Burkhard Höschen das Holz in Form.

Foto: Philipp Rose

Düsseldorf.  Viele Händler machen nun deutlich weniger Umsatz, als vor Weihnachten – statt einer Woche nach den Festtagen wollen viele lieber früher öffnen.

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Burkhard Höschen blickt in den Himmel: „Heute ist das Wetter wenigstens mal ordentlich“, sagt er und schmeißt den Holzdrechsler an, um den groben braunen Klotz, den er in den Händen hält, zu bearbeiten. Vor dem Schaufenster bleiben Menschen neugierig stehen und schauen der Handwerksarbeit gespannt zu. „Wir haben es dieses Jahr wegen des vielen Regens sehr schwer gehabt“, sagt der Holzkünstler aus Duisburg. Was ihn aber mindestens genauso viel ärgert ist die Verlängerung des Wintermarktes bis zum Samstag. „Das ist doch alles Mist“, sagt er grimmig, „am Dienstag, dem zweiten Weihnachtstag lief es noch, aber gestern und heute läuft hier gar nix mehr“.

Händler büßen Umsätze nach Weihnachten ein

Ein aufmerksamer Blick über den Markt zeigt: Viele Leute sind da, aber kaum einer bleibt stehen, um etwas zu kaufen. „Ich war von anfang an gegen die Verlängerung“, sagt Michael Zinnen. Er verkauft seit 27 Jahren seinen Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge auf dem Düsseldorfer Markt. Eigentlich habe niemand diese Verlängerung gewollt, schiebt er hinterher. Derzeit verkaufe er an drei Tagen soviel wie an einem Tag vor Weihnachten.

Händler hoffen auf Besucher von der Medica-Messe

Auch bei den Glühweinständen und Wurstverkäufern könnte es besser laufen: „Ich kann noch nicht sagen, ob es sich gelohnt hat“, sagt Heike Fischer vom Glühweinstand vor dem Rathaus. Viele Menschen mit Glühwein oder Bratwurst in der Hand sieht man derzeit jedenfalls nicht. Doch Fischer zeigt sich optimistisch: „Wir passen uns dem Geschehen an und wenn es nächstes Jahr wieder eine Verlängerung geben sollte, dann freue ich mich dabei zu sein.“

Viele hoffen auf eine frühere Eröffnung des Marktes

Dass die Kaufkraft nachlasse sei schon deutlich zu spüren, sagt Künstler Harald Dewies in seinem offenen Atelier am Rathaus. Er macht einen Vorschlag, der auch bei den anderen Händlern großen Anklang findet: „Gut wäre es, wenn man den Weihnachtsmarkt eine Woche früher beginnen könnte.“ Denn dann könnte man noch die Medica-Messe mitnehmen. Deren Besucher „seien die kaufkräftigsten“, beteuert Burkhard Höschen.

Auch an anderen Ständen ist man sich einig: „Die Medica bringt uns deutlichen Umsatz, da können wir dann auch ein paar mehr Regentage verkraften. Zudem ist das ja auch eine Bereicherung für die Menschen aus aller Welt, die dann Mitbringsel aus Düsseldorf für zuhause haben“, sagt Zinnen.

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