Langenfeld

Viel Lärm und kein Haltepunkt

Ein feiner Zug – aber leider ohne Halt in Langenfeld: der RRX bekommt sein eigenes Gleis.

Ein feiner Zug – aber leider ohne Halt in Langenfeld: der RRX bekommt sein eigenes Gleis.

Foto: WAZ FotoPool

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Langenfeld. Auf die Kernfrage hat sich Michael Kolle seine Antwort vorab zurecht gelegt. Für die Haltepunkte des Rhein-Ruhr-Express, RRX, sei das Bundesverkehrsministerium in Berlin zuständig, sagt der RRX-Projektleiter. Er baue im Auftrag der DB Netze nur, was Berlin bestelle. Da ist Kolle ganz Ingenieur und betont sachlich.

Rund 100 Einwände gegen den Bau des für den RRX notwendigen vierten Gleises gibt es aus Langenfeld. Nächster Schritt für deren Urheber: eine nicht-öffentliche Anhörung, organisiert von der Bezirksregierung Düsseldorf. Bei diesem Termin können die Bürger und Institutionen ihre Bedenken und ihre Kritik mündlich präzisieren.

In Langenfeld gibt es laut Kolle drei Schwerpunkte bei den Einwänden gegen den schicken weißen Zug, der irgendwann Mitte der 2020er Jahre den Regionalexpress ersetzen soll:

Der fehlende Haltepunkt zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Leverkusen

Mehr Schallschutz für die Anwohner: Mit dem RRX steigt der Lärm nachts von 54 auf 66 Dezibel. Zur Einordnung: Drei Dezibel plus bedeuten eine Verdopplung des Krachs.

Und Grundstücksfragen, denn nicht überall bleiben Gleisbau und Ausgleichsmaßnahmen auf Bahngelände.

Während Bürgermeister Frank Schneider in Brandbriefen an Bundes- und Landesregierung für den RRX-Halt in Langenfeld kämpft, winkte Kolle gestern ab. Am Langenfelder Bahnhof müsste eigens für den RRX ein neuer Bahnsteig gebaut und Unternehmen umgesiedelt werden. „Wenn wir das jetzt angingen, würde sich der Start des RRX um Jahre verzögern.“

Die vom Lärm geplagten Anwohner ködert Kolle mit dem größten Pfund, das er hat. Zusammen mit dem vierten Gleis werde in Langenfeld der Lärmschutz verstärkt, neue Lärmschutzwände gebaut, verspricht er. Während der mehrmonatigen Bauzeit, in der die bestehenden Wände eingerissen und erst dann die neuen Lärmblocker gebaut werden würden, bekämen die Züge ein Tempolimit.

Der Zeitrahmen? Er erfordert biblische Geduld. 2015 soll der Gleisbau in Langenfeld starten. 2020 soll er beendet sein. Irgendwann 2025 oder 2026 sehen Optimisten den ersten RRX-Züge fahren. Bei ihnen gilt Langenfeld als leichtes RRX-Terrain.

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