Stadtteilserie

Villa Hügelchen ist einer von 20 Kita-Vereinen in Düsseldorf

Villa Hügelchen in Holthausen: Das Haus existiert seit 21 Jahren.

Foto: Fugmann

Villa Hügelchen in Holthausen: Das Haus existiert seit 21 Jahren. Foto: Fugmann

DÜSSELDORF  Die Kita Villa Hügelchen in Holthausen ist vor 21 Jahren als Elterninitiative entstanden. Heute werden hier 54 Kinder betreut.

Was haben die Eltern Holzstämme geschleppt, große, wuchtige, die als Gestell für einen Klettergarten dienen sollten. Es scheint sich gelohnt zu haben: An dem Seil-Garten im Außengelände können die Kinder der Kita Villa Hügelchen ihre Balance erproben, bevor sie in einer Nestschaukel ihre Seele baumeln lassen. 2008 haben ihre Eltern zusammen mit der Natur- und Abenteuerschule aus Bergisch-Gladbach das Außengelände neugestaltet. Nur ein Beispiel dafür, dass die Kita Villa Hügelchen mehr biete, als ein städtischer Kindergarten, meint der scheidende Vereinsvorsitzende Matthias Goergens.

Holthausen hat Henkel, Höfe, Historisches Beim eingetragenen Verein Kindertagesstätte Düsseldorf-Süd handelt es sich um eine Elterninitiative, in Düsseldorf gibt es davon rund 20 Stück. Sie sind aus der Not entstanden, da es nicht genügend Plätze gab, oder weil das Angebot für einige Eltern vielleicht nicht zufriedenstellend war. Die Elterninitiativen haben alle gemein, dass sie sich selbst organisieren. Wenn man sein Kind in der Kita unterbringen möchte, tritt man in den Verein ein. Es gibt Mitgliederversammlungen, in denen ein Vorstand gewählt wird. Dieser Vorstand tritt dann als Arbeitgeber auf, stellt die Pädagogen ein oder beantragt Zuschüsse.

Montessori-Pädagogik

54 Kinder werden in der Villa Hügelchen nach er Montessori-Pädagogik betreut. Das heißt, die Kinder werden zum selbstständigen Spielen angeleitet, und das bereits seit 21 Jahren. Bei der 20-Jahr-Feier im vergangenen Jahr hat sich der Kindergarten von der langjährigen Leiterin Petra Kinast verabschiedet, die in Rente gegangen ist. Petra Kinast hat die Veränderungen mitgemacht: Seit 2006 ist die Villa als Bewegungskindergarten anerkannt, es wird geturnt, mit den Vorschulkindern geschwommen oder Ausflüge unternommen. Seit 2008 bietet der Verein als Familienzentrum zusätzlich Kurse an, wie eine Spielgruppe oder Yoga.

„Der Verein ist nichts anderes als ein mittelständisches Unternehmen“, sagt der Vorsitzende Matthias Goergens. Das operative Geschäft übernehme die Leitung, alles andere sei in der Hand der Ehrenamtler, also der Eltern. Goergens ist eigentlich Journalist. Bevor der Familienvater vor drei Jahren Vorsitzender wurde, war er im Vorstand für die Öffentlichkeit zuständig.

Jede Familie leistet mehr als 15 Stunden Arbeit

Am Anfang war das „ein riesiger Berg“ an Neuem, aber man werde vertrauter mit allem. Die verschiedenen Berufe der anderen Mitglieder im achtköpfigen Vorstand seien da von Vorteil, ein Anwalt ist dabei, ein Lehrer. Auch für die Neu-Aufnahmen ist der Vorstand zuständig. „Wer bei uns nur einen Dienstleister haben will, ist in der Villa Hügelchen nicht gut aufgehoben“, erklärt Goergens. Jede Familie muss im Jahr 15 Stunden Arbeit für den Kindergarten leisten. Wer das nicht will, scheidet von Anfang an aus.

Und wer es im Jahr dann doch nicht schafft, bezahlt eine geringe Summe. Auch die kommt dem Kindergarten zugute, indem etwa eine Märchenerzählerin engagiert wird. Durch die ehrenamtliche Mitarbeit, gebe es laut Goergens mehr Möglichkeiten für die pädagogische Betreuung: unternehmerische Highlights, wie eine Eselswanderung durch die Urdenbacher Kämpe, einen besseren Personalschlüssel oder besseres Mobiliar, wie eben einen Seilklettergarten im Außenbereich.

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