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Vodafone erforscht in Düsseldorf die Technik der Zukunft

Wie Autos per Datenbrille gesteuert werden können, testet Vodafone in Düsseldorf.

Wie Autos per Datenbrille gesteuert werden können, testet Vodafone in Düsseldorf.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Vodafone hat die „Magische Messkammer“ von London nach Düsseldorf verlagert. Hier sollen Millionen Geräte für den G5-Standard geprüft werden.

Die „magische Messkammer“ stand bislang bei der Konzernmutter in London. Jetzt das Geheimlabor nach Düsseldorf umzogen. Auf dem Campus der Deutschlandzentrale erforscht Vodafone die Technik der Zukunft. Sie heißt G5 und soll ab 2020 Mobilfunkverbindungen ermöglichen, die so schnell sind, dass sie Maschinen in Echtzeit miteinander vernetzen können.

G5 ist die neue Mobilfunkgeneration. Smartphones, Tablets, Antennen und Sensoren, müssen ab 2020 mit dem neuen Standard harmonieren. In Düsseldorf werden sie einem Härtetest unterzogen. „Düsseldorf wird zum Testzentrum für Vodafone weltweit. Millionen Geräte werden hier geprüft und freigegeben“, kündigte Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter am Mittwoch bei der Eröffnung des G5-Labors an. Und wie es sich für ein Unternehmen, das sich mit Zukunft beschäftigt, gehört, drückte gestern nicht der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel auf den Startknopf, sondern ein Roboter.

Roboter lernen schnell

Denn in dem neuen Labor will Vodafone nicht nur Endgeräte prüfen, sondern in Zusammenarbeit mit Start-up-Unternehmen, Wissenschaftlern und Großkonzernen zeigen, wie die Digitalisierung und das Internet der Dinge das tägliche Leben und die Arbeitswelt verändern werden.

Sami Haddadin, einer der führenden Roboterforscher, zeigt in Düsseldorf, was mit dem 5G-Mobilfunkstandard künftig möglich sein wird: den Roboter, der zu Hause bei seinem Besitzer einen Herzinfarkt diagnostiziert, und den Arzt per Videokonferenz ruft. Der Mediziner kann dann aus der Ferne mit Hilfe des Roboters den Kranken behandeln und ihn mit Notfallmedikamenten versorgen.

Ferngesteuerte Kräne

„Roboter kommen lernfähig auf die Welt“, sagt Haddadin und demonstriert, dass das „Roboter-Kind“ nur 30 bis 60 Versuche benötigt, um einen Schlüssel ins Schloss zu stecken. „Das menschliche Kind braucht zum Erlernen dieser Fähigkeit drei bis vier Jahre.“ Der Dresdner Forscher Gerhard Fettweis sieht in der Robotertechnik große Chancen für die Wirtschaft.“Roboter werden es mittelständischen Unternehmen ermöglichen, mit Weltmarktführern in Wettbewerb zu treten“, sagt er.

Der 5G-Mobilfunkstandard, davon sind die Vodafone-Experten überzeugt, wird Operationen aus der Ferne ermöglichen, weil es bei der Übertragung der Daten keinerlei Zeitverzögerung mehr geben wird. Weitere Anwendungsbeispiele sind im Düsseldorfer Labor zu sehen: Weil vielen Unternehmen Kranführer fehlen, können Fachkräfte von einem zentralen Leitstand aus mehrere Kräne auf unterschiedlichen Baustellen bedienen. Und per Datenbrille kann man ein Auto irgendwo auf der Welt steuern, in dem man gar nicht sitzt,

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