Winterwetter

Vor 76 Jahren fror in Düsseldorf der Rhein zu

Ein Bild aus dem Februar 1942. Tausende in Düsseldorf - im Hintergrund Tonhalle und Kunstakademie - zog es damals zum Rhein - und auf den Rhein. Denn der war zugefroren.

Foto: Stadtarchiv

Ein Bild aus dem Februar 1942. Tausende in Düsseldorf - im Hintergrund Tonhalle und Kunstakademie - zog es damals zum Rhein - und auf den Rhein. Denn der war zugefroren. Foto: Stadtarchiv

Düsseldorf.   Ganz alte Düsseldorfer können sich vielleicht noch erinnern: 1942 war so kalt bei uns, dass der Rhein zufror - zum bis dato letzten Male.

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Kalt ist es draußen, die Seen in Düsseldorf haben eine hauchdünne Eisschicht. Doch der Rhein, er plätschert auch bei eisiger Kälte weiter vor sich hin. Das bleibt auch so. Denn wegen der Kraftwerke und Industrie am Strom ist das Wasser viel zu warm, um zu gefrieren. Doch in der Geschichte ist das schon mehrfach vorgekommen, im 19. Jahrhundert sogar alle paar Jahre.

Zuletzt war der Strom vor 76 Jahren komplett zugefroren. Am 7. und 8. Februar 1942, es war ein Wochenende, zog es Hunderte Düsseldorfer geradezu magisch an den Rhein. Nicht um Schiffen nachzuschauen, denn die konnten nicht mehr fahren. Nein, sie wollten auf dem Rhein spazieren und den Fluss überqueren, was davor zuletzt vor 46 Jahren möglich war.

Der Rhein fror einstmals öfter zu

Eisige Kälte mit Temperaturen von mehr als 20 Minus-Graden machten den Düsseldorfern im Kriegsjahr 1942 zu schaffen. Und den Binnenschiffern. Der Verkehr auf dem Rhein stand mehrere Wochen still. Gefrorene Eisschollen trieben aufeinander, verursachten Stauungen und froren zusammen.

Ein Spaziergang über den Rhein war davor zuletzt 1914 möglich und davor im Jahr 1896, wie ein Blick in die „Düsseldorfer Stadt-Nachrichten“ vom Februar 1942 verrät. 1894 kamen der Frost und die damit verbundenen Stauungen von Schollen so schnell, dass einige Schiffe nicht mehr den nächsten Hafen erreichten und im Fluss steckenblieben und festfroren.

Mehr als drei Monate Rhein-’Eiszeit’

In einer Chronik über die härtesten Winter heißt es: „Schon bei verhältnismäßig geringen Kältegraden bildete der Strom im 19. Jahrhundert eine geschlossene Eisfläche, was zum Teil auch darauf zurückzuführen war, dass der Schiffsverkehr noch sehr mäßig war und nur einen geringen Wellenschlag erzeugte. So fror der Rhein 1893 bei -18 Grad, 1889 bei -18 Grad, 1880 bei -12 Grad, 1875 bei -13 Grad und 1871 bei -18 Grad Celsius zu.“

Besonders schlimm war das Jahr 1845: Da war der Rhein in Düsseldorf mehr als drei Monate zugefroren.

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