Verkehr

Warten auf das Azubi-Ticket – Handwerkskammer macht Druck

Bisher können sich nur Studenten über ein günstiges Bahnticket freuen.

Foto: Knut Vahlensieck

Bisher können sich nur Studenten über ein günstiges Bahnticket freuen. Foto: Knut Vahlensieck

Düsseldorf.   Auszubildende zahlen trotz neuer VRR-Preise ab Montag immer noch deutlich mehr als Studenten. Die Handwerkskammer macht Druck.

Montag starten mit dem neuen Jahr auch neue Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Neben grundsätzlichen Preiserhöhungen durchschnittlich um 1,9 Prozent verändern sich für Auszubildende die Preise grundlegend. Ab 2018 werden Preisstufen abgeschafft, es gibt nur noch einen Tarif: Das „Young Ticket Plus“ für knapp 70, im Abo für knapp 60 Euro pro Monat. Noch nicht öffentlich sind die Verhandlungen zu einem neuen Azubi-Ticket.

Schwarz-gelbe Verkehrspolitik

Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte das in den Koalitionsvertrag geschrieben. Nachdem sie heftige Kritik für die Abschaffung des Sozialtickets erntete und zurückruderte, soll mit dem Azubi-Ticket ein Erfolg verzeichnet werden.

Axel Fuhrmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, sieht steigenden Bedarf nach einem günstigen Bahnticket für Azubis. „In unseren Branchen erleben wir den Trend, Arbeitsstätten zusammenzulegen. Deswegen müssen Auszubildende häufig weite Wege auf sich nehmen“, so Fuhrmann. „Wer von Kleve nach Düsseldorf zur Ausbildungen fährt, muss momentan mit einem hohen Kostenfaktor umgehen.“

Studenten sind der Maßstab

Vergleichsmaßstab sind die Preise für Studenten. Etwa 281 Euro Sozialbeitrag zahlen Studenten der Heinrich-Heine-Universität pro Semester. Rund 189 Euro gehen dafür für den „Mobilitätsbeitrag“ drauf. Mit Ausnahme von IC- und ICE-Zügen können Studierende damit in ganz Nordrhein-Westfalen reisen.

Während also ein Student 378 Euro pro Jahr für ein NRW-weites Ticket zahlt, müssen Auszubildende für ein deutlich kleineres Gebiet mit etwa 720 Euro deutlich tiefer in die Tasche greifen. Fuhrmann ist zuversichtlich, dass die Landesregierung aktiv wird, macht aber Druck: „Bisher haben wir die Sonntagsrede, jetzt warten wir auf den Montag.“

IHK will keinen Abnahmezwang

Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK, unterstützt die Pläne für ein Azubi-Ticket, mahnt jedoch zur Vorsicht. „Wir wollen keinen Abnahmezwang für Unternehmen. Bei Arbeitszeiten für Bäckereien zum Beispiel ist der öffentliche Nahverkehr gar nicht zu gebrauchen.“

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