Tiere

Was die Störche nach Düsseldorf treibt

Storchen-Treffen auf einer Wiese in Angermund – die Population der Tiere in NRW hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert.

Storchen-Treffen auf einer Wiese in Angermund – die Population der Tiere in NRW hat sich in den vergangenen Jahren vergrößert.

Foto: Hagen Seidel

Düsseldorf.  Am Dienstag machte eine ganze Schar von Weißstörchen auf einer Wiese im Düsseldorfer Stadtteil Angermund Halt. Ein Vogelexperte erklärt, warum.

Dass in Düsseldorf vereinzelt ein paar Störche gesichtet werden ist nichts ungewöhnliches. Dass aber, wie am Dienstag, eine ganze Schar von Weißstörchen auf einer Wiese im nördlichen Stadtteil Angermund Halt macht, „ist immer noch etwas besonderes“, verrät Tobias Krause, der Vogelexperte des Düsseldorfer Kreisverbands des Naturschutzbunds (NABU).

Vögel müssen wegen Trockenheit an den Stadtrand ausweichen

Die Störche suchen auf den frisch gemähten Feldern nach Nahrung. Denn wegen der langanhaltenden Trockenheit sind die Wiesen in allen Parkanlagen der Stadt vertrocknet und bieten keine ausreichende Nahrungsgrundlage mehr. Deshalb müssen die Vögel auf die Stadtränder ausweichen.

Die Storchenpopulation in NRW ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Nach der Geburt der Jungstörche, im Sommer, ziehen die Tiere in Richtung Süden, zunächst nach Gibraltar. Von dort aus überqueren sie dann das Mittelmeer.

„Die Mauersegler sind in diesem Jahr schon sehr früh weggezogen“

Vogelexperte Krause beobachtet auch interessante Phänomene bei anderen Zugvögeln. „Die Mauersegler sind in diesem Jahr schon sehr früh weggezogen“, sagt er. Aufgrund der freundlichen Wetterlage im Frühjahr konnten die Mauersegler ihre Jungvögel ab Mai perfekt versorgen. Dadurch waren die Jungvögel bereits Ende Juli ausgewachsen und flugbereit.

Vielen Zugvögeln kamen die hohen Temperaturen, die in diesem Jahr herrschten, zu Gute: Die Kohlmeise, der in Düsseldorfs am häufigsten zu findende Vogel, profitiert von den vielen Insekten, die durch die Lüfte schwirren.

Im Winter des vergangenen Jahres wurde erstmals seit 1977 wieder ein See-Adler in der Urdenbacher Kämpe gesichtet. Auch in diesem Winter könnten wieder junge See-Adler, vom Niederrhein kommend, in Düsseldorf zu beobachten sein.

Spektakulär wird es für Vogelfreunde wieder im Spätherbst, wenn sich die Kraniche in ihren V-förmigen Flug-Formationen auf den Weg in den Süden machen.

„Der Vogelzug hat jetzt gerade erst begonnen“, erklärt Vogelexperte Krause. In den kommenden Wochen werden über Düsseldorf weitere Weißstörche, die Nachtigall und der Kuckuck gen Süden fliegen.


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