Corona-Krise

Weitere Kritik für Düsseldorfs Ob Thomas Geisel

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel erntet weitere Kritik für einen Gastbeitrag, in dem er die bisherigen Bemühungen zum Schutz bestimmter Bevölkerungsgruppen hinterfragte.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel erntet weitere Kritik für einen Gastbeitrag, in dem er die bisherigen Bemühungen zum Schutz bestimmter Bevölkerungsgruppen hinterfragte.

Foto: OH

Düsseldorf.  Er spalte die Generationen, meint Jungpolitiker und Jugendratsmitglied Lukas Mielczarek. Auch im Rat musste sich Geisel einiges gefallen lassen.

Oberbürgermeister Thomas Geisel erntet weitere Kritik für seinen Gastartikel im Kölner Stadtanzeiger. Nachdem er bereits am Donnerstag in der Ratssitzung von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, OB-Kandidatin der FDP und von CDU-Ratsherr Andreas-Paul Stieber scharf angegangen wurde (NRZ von gestern), legt nun Jungpolitiker und Jugendratsmitglied Lukas Mielczarek nach.

Starker Gegenwind für OB Geisel

„Gruselig“ findet er Geisels Ausführungen und weist in einem Facebook-Beitrag darauf hin, dass auch Kinder und Jugendliche am Coronavirus erkranken und dass die Schulschließungen eine unkontrollierte Ausbreitung des Virus verhindern sollten. Es ginge „auch um den Schutz von Eltern oder Großeltern, die im gleichen Haushalt leben, mitunter zur Risikogruppe gehören und sich nicht mal eben von ihren Kindern oder Enkelkindern isolieren können“, schreibt Mielczarek. Darüber hinaus fühle er sich als junger Mensch nicht instrumentalisiert. „Wir haben, genau wie alle Generationen, einiges an Entbehrungen durchmachen müssen, um den Tod unserer Lieben zu verhindern“, so das Jugendratsmitglied weiter. „Die generationsübergreifende Solidarität ist beachtlich und es ist einfach pietätlos, wie Herr Geisel wieder versucht, die Generationen derart zu spalten.“

Gastbeitrag schlägt hohe Wellen

In seinem Artikel hatte Geisel die bisherigen Bemühungen zum Schutz verschiedener Altersgruppen vor dem Coronavirus kritisiert. Man hätte sich darauf konzentrieren sollen, Risikogruppen gezielt zu schützen, statt Kinder und Jugendliche dafür zu instrumentalisieren, hatte Geisel in seinem Beitrag geschrieben. Mit dem Argument „Altersdiskriminierung“ sei eine Diskussion über den Schutz der Senioren bislang verhindert worden, so der OB weiter. Es sei nun an der Zeit, dass man sich dieser Frage endlich stelle.

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