Kriminalität

Weniger Straftaten, aber auch weniger Aufklärung

In Düsseldorf hat es in 2014 weniger Straftaten gegeben als im Jahr zuvor.

In Düsseldorf hat es in 2014 weniger Straftaten gegeben als im Jahr zuvor.

Foto: Lars Heidrich

Düsseldorf.   Kriminalitätsentwicklung 2014: Der Düsseldorfer Polizei machen nach wie vor die reisenden Täter aus dem Ausland Probleme.

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Die gute Nachricht zuerst: In Düsseldorf hat es in 2014 weniger Straftaten gegeben als im Jahr zuvor. Mit insgesamt 86 071 Gesetzesüberschreitungen im Vergleich zu 87 610 in 2013 liegen die Zahlen laut der Studie „Kriminalitätsentwicklung 2014“ knapp unter Vorjahresniveau. „Das ist erst einmal ein gutes Signal“, sagte gestern Polizeipräsident Norbert Wesseler, der sich gleichzeitig „betrübt“ darüber zeigte, dass die Aufklärungsquote von 44,84 Prozent (2013) auf 42,25 gesunken ist. Zum Vergleich: NRW-weit werden im Schnitt pro Jahr deutlich mehr als 50 Prozent der Taten aufgedeckt.

Zehn Getötete

Dabei machen der Düsseldorfer Polizei nach wie vor die so genannten reisenden Täter aus dem Ausland im Zusammenhang mit Wohnungseinbrüchen zu schaffen. Rund 2500 Delikte dieser Art registrierten die Beamten im vorigen Jahr, nur jeder zehnte Einbruch wurde aufgeklärt. „Wir haben es immer mehr mit organisierten Banden zu tun, die Taten in Serie verüben, deren Mitglieder aber – wenn überhaupt – nur eine Tat gestehen“, weiß Kriminaldirektor Frank Kubicki. Zudem sei Düsseldorf wegen der Nähe zum Ausland und den meist guten Vermögensverhältnissen seiner Bürger leider ein gutes Pflaster für diese Art von Verbrechen.

Die Polizei registrierte im Vorjahr zehn Getötete (2013= 8), wobei zwei Opfer allein auf das Konto des Amokläufers Yanqing T., einem ehemaligen Koch, ging. Der aus China stammende Mann hatte am 28. Februar 2014 zwei Anwälte in einer Kanzlei am Höherweg mit Messerstichen ums Leben gebracht und die Räume in Brand gesetzt, bevor er in Erkrath ein weiteres Anwaltsbüro heimsuchte, in dem er eine Mitarbeiterin erschoss und einen Anwalt lebensgefährlich verletzte.

Bemerkenswert: Vier Todesopfer sind 2014 wegen angeblichen Behandlungsfehlern in Düsseldorfer Krankenhäusern zu beklagen. den Ärzten wird jeweils „fahrlässige Tötung“ vorgeworfen.

Laut Studie deutlich in die Höhe schossen die Zahlen bei den Fahrraddiebstählen. 4189 Bikes – 492 mehr als im Vorjahr – wurden im Jahr 2014 gestohlen. Kubicki: „Das liegt auch daran, dass immer mehr Leute Fahrrad fahren. Aber die Zahlen sind so, dass wir darauf unser Augenmerk legen müssen.“

Positiv: In Bereichen wie Straßen- oder Rauschgiftkriminalität, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung oder Fälschungsdelikte gingen die Zahlen nach unten. „Viele unsere Ampeln stehen auf Grün“, betont Kubicki daher. „Wir haben also in den vergangenen Jahren die richtigen Schritte unternommen.“

Was Polizeipräsident Wesseler besonders freut, ist der Rückgang an jugendlichen Straftätern. Mit der Zahl 2008 registriert die Behörde den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das, so Wesseler, habe sicher mit der guten Netzwerkarbeit zwischen Staatsanwaltschaft, Stadt, Jugendhilfe und Polizei zu tun. „Ich war selbst bei einigen Verhandlungen mit jungen Intensivtätern dabei und war erstaunt, wir gut wir diese Täter kennen.“

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