Wenn das Geld stiften geht

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ENGAGEMENT. Mit den guten Werken lebt auch mancher Name weiter.Förderpreise, Bildung und medizinische Apparate.

Wenn das Geld stiften geht: Die Idee, sein Vermögen für sinnvolle Projekte arbeiten zu lassen und sich damit - vielleicht - selbst ein Denkmal zu setzen, greift immer mehr um sich. Allein die Stadtsparkasse betreut inzwischen hundert Stiftungen. Fünfzig stellten sich am Wochenende bei den "3. Düsseldorfer Stiftertagen" an der Berliner Allee vor und zeigten, was möglich ist - vom Kauf moderner Medizingeräte für das Krankenhaus in Bilk bis zur Ausbildung von jungen Näherinnen in Bolivien.

Fabrikant wollte anonym bleiben

Hinter jedem guten Werk steht auch eine Lebensgeschichte: Werner Peter Schmitz war mit seiner Walzmaschinenfabrik an der Neusser Straße ein erfolgreicher Unternehmer und in vielen Ländern unterwegs. Die Armut, die er dort sah, ließ ihn nicht ruhen. So gründete er 1985 mit einem Startkapital von 100 000 Euro die "W.P. Schmitz Stiftung". Von Ecuador bis Vietnam werden mit seinem Geld seitdem Projekte zur Selbsthilfe gefördert. Auf den Philippinen erhalten Zwangsprostituierte die Chance zum Schulbesuch, in Indonesien helfen Kleinkredite jungen Menschen, eine eigene Existenz aufzubauen. Schmitz, heute 94 Jahre alt, hat bisher im Verborgenen Gutes getan. "Jetzt stellen wir seine Stiftung erstmals öffentlich vor", sagt Geschäftsführer Michael Dirkx und hofft, dass das gute Beispiel Schule macht: "Spender können bei uns sehen, was mit ihrem Geld passiert. Wir fahren mit ihnen sogar dorthin."

Vom Glück des Tüchtigen

Vom Kofferträger zum Hotelbesitzer: Gerhard Günnewig machte in Düsseldorf die klassische Karriere eines Tüchtigen. Aber auch das Glück habe bei ihm Pate gestanden, erkannte der inzwischen Verstorbene und gründete an seinem 80. Geburtstag mit 50 000 Euro die "Gerhard Günnewig Stiftung". Ihr Ziel ist es, fleißige und begabte Nachwuchskräfte in Hotel, Gastronomie und Küche zu fördern. Geschäftsführerin Dagmar Becker-Tewes: "Aus dem Erlös der Stiftung werden jährlich Förderpreise an die Jugendmeister vergeben." Die jungen Talente können damit ihre Weiterbildung finanzieren. Sogar Auslandsstipendien sind möglich.

Bürger engagieren sich in Angermund

Im Norden Düsseldorfs profitieren die Menschen seit fast 40 Jahren von der "Gemeinnützigen Stiftung für Seniorenbetreuung Angermund". Bürger hatten den Mangel erkannt und sich gemeinsam engagiert. Auf einem Grundstück, das Graf Spee der Stiftung überließ, wurde 1969 ein Haus mit 21 Wohnungen für Menschen zwischen 70 und 90 Jahren gebaut. Der Mietpreis ist erschwinglich, die Hausgemeinschaft herzlich, das soziale Netz zur Begegnungsstätte eng geknüpft. Getragen wird das Haus von einem ehrenamtlichen Vorstand. Geschäftsführerin Elisabeth Salzmann: "Bei uns fließt jeder Cent in die Arbeit mit den Senioren." Mitten im Herzen von Angermund ist die Stiftung heute eine rege Kontakt- und Anlaufstelle für alle Fragen rundum das Alter.

Drei OP-Tische gekauft

Dankbare Patienten waren die ersten, die sich mit Beträgen zwischen 10 000 und 20 000 Euro an der "St. Martinus Stiftung" beteiligten. Sie wurde 2002 gegründet, als der Förderverein gerade zehn Jahre alt wurde. "Wir wollten nicht nur Spenden sammeln, sondern auch Stiftungskapital," erläutert der ehrenamtliche Vorstand Norbert Dorsemagen. Das Geld ist risikosicher angelegt, von den Zinsen werden moderne medizinische Geräte für die Klinik gekauft. "Bei größeren Anschaffungen stimmen wir uns mit dem Förderverein ein." So hat die Stiftung in diesem Jahr allein drei nagelneue Operationstische finanziert.

Interessierte Neustifter, die am Samstag in großere Zahl ins Sparkassenhaus kamen, überzeugte Dorsemagen mit dem Argument: "Ein Arzt kann nur dann gut behandeln, wenn er mit guten Geräten versorgt ist."

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