Alkohol-Missbrauch

Wenn Kinder saufen - Halt!

Foto: NRZ

Düsseldorf. Die Caritas startet ein Projekt, um Jugendliche vor Alkoholmissbrauch zu schützen. Auch die Erwachsenen werden dabei einbezogen.

Schon Zwölfjährige trinken Alkohol, nicht einmal, sondern immer wieder. 83 Kinder zwischen 11 und 17 Jahren wurden 2009 wegen einer Alkoholvergiftung in Kliniken eingeliefert – Tendenz: zunehmend. Gegen den Alkohol-Konsum schon bei Kindern und das verbreitete „Komasaufen“ startet die Caritas jetzt mit „HaLT - Hart am Limit“ ein neues, bereits bundesweit erprobtes Projekt zur Aufklärung und Vorbeugung.

„Die Kinder liegen ja oft zwei, drei Tage im Krankenhaus wegen einer Alkoholvergiftung“, so Suchtberaterin Ursula Rau, die das Projekt leitet. „Wir wollen sie dort ansprechen, wenn sie wieder nüchtern sind.“

„Wir starten zudem eine Vernetzung mit Krankenhäusern, damit die uns benachrichtigen, wenn ein Kind oder Jugendlicher eingeliefert worden ist.“ Ärzte und Pfleger sollen die Jugendlichen fragen, ob sie einverstanden sind, einen der drei Berater von „Halt“ zu informieren. Knackpunkt dabei ist die Haltung der Eltern, „ohne deren Einverständnis läuft gar nichts“, weiß Rau.

„Das Einstiegsalter beim Trinken liegt meist bei 14 Jahren, aber die Kinder, die trinken, werden immer jünger.“ Nach einer Studie über Düsseldorfer Jugendliche hatten von den 14-jährigen Schülern ein Viertel der Jungen und 22 Prozent der Mädchen bereits ein- oder mehrmals pro Woche Alkohol getrunken. In der zehnten Klasse waren es bereits rund 50 Prozent (die NRZ berichtete).

Hilfe beim Schützenfest

Vor allem an Gymnasien mit dem hohen Erfolgsdruck wächst der Alkoholkonsum, weiß Trudbert Schoner, Leiter der Caritas-Suchtberatung. Nach dem ersten „Brückengespräch“ mit den Jugendlichen sollen aber auch die Eltern an den Beratungen über das „Risikoverhalten“ der Kinder beteiligt werden. Starttermin ist der September, eine Förderung bei der Stadt ist beantragt.

Die Berater von „Halt“ sehen die Verantwortung für den Alkoholmissbrauch nicht nur bei den Schülern. „Wir müssen auch den Erwachsenen klar machen, das sie ein Vorbild sind, und sich so verhalten sollten“, so Rau. Sie will Aufklärung betreiben an Schulen, „auch bei den Verkäufern an Kiosken und im Einzelhandel, damit das Jugendschutzgesetz wirklich angewandt wird.“ Und sie will bei Festen informieren und aufklären.

Einen Schritt dahin haben die Unterbacher Sebastianer jetzt vollzogen: Zu ihrem Schützenfest vom 12. bis 15. August haben sie das Projekt „Standfest“ der Diakonie eingeladen: Junge geschulte Menschen sprechen dabei Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren an und klären sie über die Gefahren des Alkohols auf.

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