Gartendenkmal

Wie der Klimawandel die Gartendenkmäler in Düsseldorf trifft

10 bis 15 Prozent der geschlossenen Kronendecke ist mittlerweile aufgebrochen durch die Trockenheit.

10 bis 15 Prozent der geschlossenen Kronendecke ist mittlerweile aufgebrochen durch die Trockenheit.

Foto: Anna Weidemann / Stiftung Schloss und Park Benrath

Düsseldorf.  Der Klimawandel ist mittlerweile mitten in der Stadt zu sehen: Der Schlosspark Benrath hat bisher etwa ein Sechstel des Bestandes eingebüßt.

Ela – Dieser Name bedeutet in Düsseldorf nichts Gutes, seit 2014 ein Orkan mit diesem Namen durch die Landeshauptstadt zog und zig Bäume in Sekunden „fällte“. Allein der Rheinpark verlor 40 Prozent seines Baumbestands. Ela gilt als Auswirkung des Klimawandels, doch der lässt nicht nur durch Stürme, sondern auch durch Trockenheit die Bäume in der Stadt sterben. Allein seit 2018 sind 5400 Bäume im Stadtwald wegen extremer Trockenheit im Sommer abgestorben oder mussten gefällt werden. Im Jahr 2018 fiel nur rund 50 Prozent des langjährigen Durchschnitts an Niederschlag. Und die Dürreperiode im Sommer diesen Jahres belastet Boden und Bäume noch ein Stück mehr.

historische Gartenanlagen stärker betroffen

Besonders dramatisch ist die Situation in historischen Gartenanlagen: „Ein Drittel der Grünflächen in der Stadt sind historisch denkmalgeschützt“, erklärt Gartendenkmalpfleger Tobias Lauterbach. Das heißt, die Bäume dort können nicht ohne weiteres gegen eine robustere Sorte ausgetauscht werden.

Schlossgärten und andere historische Parkanlagen gelten als Gartenkunst, vergleichbar mit Gemälden oder Skulpturen anderer Künstler. So haben sich die Gartenkünstler vor 200 Jahren ebenso mit ihren „Werken“ ausdrücken wollen und nicht wahllos Pflanzen und Bäume in Reihe gepflanzt, erklärt Michael Hörrmann, Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten in Deutschland.

So habe etwa der Parkwald von Schloss Benrath in den vergangenen sieben Jahren etwa ein Sechstel seines Bestandes eingebüßt, erklärt der Stiftungsvorstand Stefan Schweizer. Im Schlosspark sind überwiegend Buchen zu finden, die mit den hitzereichen Sommern nicht gut zurecht kommen – gerade dann, wenn zwei Dürreperioden aufeinander folgen.

Baumfällungen steigen

Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt, die Stiftung von Schloss Benrath und die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur gehen davon aus, dass sich die Situation für die Bäume in den nächsten Jahren nicht verbessern und eher verschlechtern wird. „Während durchschnittlich jedes Jahr gut zehn bis 15 Altbuchen im Winter aus dem Parkwald entfernt werden müssen, sind es dieses Jahr 90, die zum Teil auch im Sommer gefällt wurden“, verdeutlicht der Tobias Lauterbach die Situation.

Bei vielen Bäumen im Stadtgebiet ist auch eine Trocken- und Totholzbildung in den Baumkronen festzustellen. Eine sichere Lösung gibt es für diese Probleme noch nicht. Die Trockenheit steckt tief im Boden. Selbst an regenreichen Tagen kann der Waldboden das Wasser nicht lang genug halten, um die Bäume zu versorgen.

Das Gartenamt sucht Lösungen, indem es andere Baumarten pflanzt, die an einigen Standorten besser zurecht kommen, wie zum Beispiel aus Nordamerika oder Ostasien. Für die Parkanlagen setzt Lauterbach auf Parkpflege-Werke, um einen Überblick über die kunstvolle Gestaltung der historischen Gärten zu erhalten. So könnten dann passende Alternativen gesucht und bestenfalls gefunden werden.

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