TuS Gerresheim

Wo die Allofs-Brüder ihre Karriere begannen

Achim Wünsche, Vorstandmitglied des TuS Gerresheim.

Achim Wünsche, Vorstandmitglied des TuS Gerresheim.

Foto: NRZ

Düsseldorf.   Die TuS Gerresheim hat bekannte Fußball-Gesichter hervorgebracht. In jüngerer Vergangenheit hatdie Jugendarbeit allerdings ein wenig nachgelassen. Das soll sich wieder ändern.

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Das Vereinsgelände der TuS Gerresheim macht einen sehr idyllisch Eindruck. Der Kunstrasen schimmert im perfekten Grün und im Clubhaus sieht es aus, als sei erst gestern eröffnet worden. Sportlich gesehen war die Idylle schon nach dem ersten Spieltag vorbei. Abteilungsleiter und Vorstandsmitglied Achim Wünsche musste im Stadtteil-Derby ein „katastrophales“ 2:7 gegen die Sportfreunde aus Gerresheim hinnehmen. „Wir waren undiszipliniert. Das passiert, wenn man am Ende nur neun Spieler auf dem Platz hat“, ärgert sich der 52-Jährige. Trotz des misslungen Starts ist er über die Entwicklung der Abteilung Fußball sehr froh: „Wir haben immer von der starken Jugend gelebt, die wir hochgezogen haben.“

Mit sieben trat er dem Verein bei und blieb ihm bis heute treu. Er war selbst Spieler der ersten Mannschaft, bis ihn das Knie zwang aufzuhören. Seit November ist er Mitglied des Vorstands und hat den Verein kräftig umgekrempelt: „Die Jugendarbeit war zu dem Zeitpunkt unterirdisch. Wir hatten nur sechs Jugendmannschaften, unser ältester Jugendspieler war 14“, so Wünsche: „Dabei haben wir immer von der starken Jugend gelebt.“ Trotz des misslungen Starts ist er über die Entwicklung der Abteilung Fußball sehr froh. Der neue Vorstand verband Jugend- und Seniorenabteilung und gliederte den Jugendleiter in den Vorstand ein. „Mittlerweile haben wir die nötige Quantität erreicht. Die Jugend ist fast voll, jetzt müssen wir an der Qualität arbeiten.“

Nicht nur sportliche Herausforderungen

Die Turn und Sportgemeinschaft Gerresheim ist Ergebnis eines Zusammenschluss zwischen VfR Gerresheim, dem SV Glashütte und den Mitgliedern der Freien Turnerschaft Gerresheim im Jahr 1945. Neben dem Schwerpunkt Fußball bietet der Verein Boxen, Ringen und in Gemeinschaft mit anderen Vereinen aus Gerresheim auch Handball an. Seit der Gründung 1945 waren darunter einige Gesichter, die bis heute den Fußball in Deutschland prägen. Klaus und Thomas Allofs begannen beide ihre Karriere bei der TuS Gerresheim. Die Ex-Nationalspieler besuchten ihre Heimat beim 100-jährigen Jubiläum des TuS 2008. Ehrenvorsitzender Arno Mucha kennt die beiden seit Kindesalter: „Wir haben immer mal wieder telefonisch Kontakt gehalten oder wurden mal zu Spielen von Werder Bremen eingeladen. Nach dem Wechsel von Klaus Allofs als Manager zu Wolfsburg ist der Kontakt allerdings etwas abgeflaut.“

In der Region stellt sich der Verein nicht nur sportlichen Herausforderungen. Achim Wünsche ist vor allem der respektvolle Umgang miteinander wichtig. Die Grenzen des Vereinsgeländes gelten dafür nicht: „Für uns ist es ein absolutes Selbstverständnis unsere soziale Arbeit auch über die Vereinsgrenzen hinaus zu leisten. Das gilt genauso für das angrenzende Jugendgefängnis wie für das Asylheim.“ Flüchtlinge heißt der TuS Gerresheim willkommen. Sie werden in den Spielbetrieb eingegliedert, unabhängig davon, woher sie kommen oder welche Sprache sie sprechen. Andere Vereine werben mit Aktionen, bei denen Flüchtlinge eingeladen werden. „Ich kann nicht verstehen, dass so ein Hype darum entsteht. Flüchtlinge spielen bei uns mit. Das ist einfach Normalität“, sagt Wünsche: „Das ist versicherungstechnisch geklärt und wird ganz einfach gemacht. Sowas muss man nicht öffentlichkeitswirksam ausschlachten.“

Allerdings wird über die TuS in der Nachbarschaft nicht nur applaudiert. „Sportvereine haben bezüglich des Lärms immer wieder Probleme mit den Nachbarn. Hier ist es allerdings eine Person, die uns viel kaputt machen könnte.“ Der Betroffene möchte sich nicht dazu äußern. Er teilte nur mit, dass er nichts gegen den Spielbetrieb habe, wohl aber gegen „nächtliche“ Veranstaltungen.

Die sportlichen Ziele des Vereins sind für Wünsche klar abgesteckt: „Kurzfristig wollen wir den Zusammenschluss der Kreisliga A überleben und mindestens Sechster werden. Langfristig wollen wir natürlich aufsteigen. Dafür müssen wir aber die Jugendarbeit noch weiter verbessern.“

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