Tierskandal

Zoff wegen Kindergarten-Küken

Ein geschlüpftes Küken, das ziemlich allein

Ein geschlüpftes Küken, das ziemlich allein

Foto: Privat

Düsseldorf.   Eine Oma erhebt Vorwürfe gegen eine Kita in Düsseldorf. Dort soll Kindern ein Küken-Projekt die Natur näher bringen. Nur ein Tier hat überlebt.

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Es gibt Streit um Hühner-Küken im St.-Suitbertus-Kindergarten an der Fruchtstraße in Bilk: Derzeit macht in der Katholischen Kindertagesstätte das Projekt „Tierische Erlebnisse“ von Christoph Klingenhäger Station. Der Viersener bereist mit seinen tierischen Helfern die Kindergärten, um den Kindern die Natur näher zu bringen. Damit sie die Entwicklung vom Ei zum Huhn aus nächster Nähe mitverfolgen können, bekommen sie eine Brutmaschine und können diese 21 Tage lang beobachten.

Eine Großmutter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist über dieses Projekt empört und nennt es „unnatürlich“ und „Tierquälerei“. Die Brutmaschine lasse sich nicht mit dem katholischen Glauben über die Entstehung von Leben vereinbaren. Außerdem befürchtet sie, dass die Kinder mit dem Glauben aufwachsen, ein Küken entstehe durch eine Brutmaschine und müsse nach der Geburt allein, ohne Mutter und in einem Kasten herumirren. Und schließlich komme die Frage auf, was mit Küken passiere, die nach Feierabend schlüpfen. Dass in drei Tagen nur ein einziges Küken geschlüpft ist, sei ein Indiz für die Fragwürdigkeit des Brutkastens.

„Nett gemeint, aber völlig daneben gegriffen“

Die Idee, Kindern zu zeigen, wie Küken schlüpfen, sei „nett gemeint, aber völlig daneben gegriffen“. Die Küken seien derzeit ein „wichtiges Thema unter den Erziehungsberechtigten“. Es herrsche, so die Großmutter eines Kindergartenkindes, „allgemeine Unzufriedenheit“ über die Situation.

Stephanie Teeuwen, Leitern des St.-Suitbertus-Kindergartens, ist über die Beschwerde erstaunt. „Ich finde es mehr als schade, dass diese Beschwerden nicht direkt an uns gerichtet werden“, betont Teeuwen: „Über dieses Projekt wurde im Elternrat abgestimmt, und ich habe von 77 Eltern nur positive Rückmeldungen bekommen. Sie alle fanden es toll, wenn ihre Kinder mal ein Küken aufwachsen sehen.“

Stadt Düsseldorf sieht keine Probleme

Es handele sich um ein sehr renommiertes Projekt mit langen Wartezeiten, das beim Veterinäramt angemeldet ist und an vielen Kindergärten durchgeführt werde. „Es besteht eine Genehmigung durch den Kreis Viersen, und diese wurde auch bei uns im Amt für Verbraucherschutz vorgelegt. Von daher ist alles in Ordnung“, bestätigt der Düsseldorfer Stadtsprecher Michael Buch.

Seit Donnerstag gibt es allerdings einen Aushang im Kindergarten. Darauf steht: „Leider ist unser Kükenprojekt nicht wie geplant abgelaufen. Durch einen technischen Defekt der Brutmaschine sind die Eier nicht genügend gewärmt worden und so konnten die Küken nicht überleben bzw. ausschlüpfen. Damit unser einziges Küken, dass am Dienstag geschlüpft ist, nicht so alleine bleibt, hat Herr Klingenhäger und eines seiner – nun drei Wiochen alten – Küken gebracht.“

Die Kita-Leiterin verteidigt das Projekt

Kita-Leiterin Teeuwen verteidigt das Projekt dennoch; „Ich finde, das hat absolut nichts mit christlichem Glauben zutun“, so Kita-Leiterin Teeuwen weiter. „Hühner sind Nestflüchter, die ihre Mutter nach der Geburt nicht mehr brauchen. Die Brutmaschine stellt einfach die normalen Bedingungen nach. Wir sind die letzten, die Tierquälerei unterstützen würden.“

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