Sledge-Eishockey

Zur Übungsstunde auf dem Eis nach Tel Aviv

Christian Jaster ist beim Sledge-Eishockey auf dem Schlitten vorne dabei.

Foto: OH

Christian Jaster ist beim Sledge-Eishockey auf dem Schlitten vorne dabei. Foto: OH

Düsseldorf.   Christian Jaster spielt professionell Sledge-Eishockey – mittlerweile sogar in Israel.

Eigentlich hat Christian Jaster früher mal Handball gespielt. Nach einem Unfall vor zehn Jahren verlor er aber bei einem Unfall sein linkes Bein. Für viele Leute bricht nach so einem schlimmen Ereignis die Welt zusammen, Sport ist dann erstmal reine Nebensache – aber nicht für den 32-Jährigen aus Urdenbach.

Statt Handballspielen sattelte der gelernte Schornsteinfeger auf Sledge-Eishockey um, denn „ich war auch schon immer DEG-Fan und hatte Lust mal was neues anzufangen“, gibt Jaster zu. Im Endeffekt ist die Variante auf dem Schlitten sehr ähnlich zum Eishockey, „nur das Beinchenstellen fällt eben weg“, sagt der 32-Jährige lächelnd.

Weltspitze im Sledge-Eishockey

Was aus dem Handballer Jaster geworden wäre, steht in den Sternen, im Sledge-Eishockey kann der Düsseldorfer allerdings einige Erfolge vorzeigen: 2013 die Aufnahme in die Nationalmannschaft für Para-Eishockey und im selben Jahr der erste Platz bei der B-WM. Danach folgten weitere Plätze unter den Top Zehn in den Europa- und Weltmeisterschaften.

Derzeit spielt Jaster bei seinem Verein TUS Wiehl in der Nähe von Gummersbach „Im kommenden Februar geht es dann zu Bundesligaspielen und zu den Meisterschaften nach Malmö“, so der Düsseldorfer Sportler.

Aus dem Lernen kommt man ja bekanntlich nicht raus, doch Jaster ist immerhin schon soweit, dass andere von ihm lernen können. Deshalb reiste er vom 5. bis 8. Dezember mit weiteren Sportlern und Trainern nach Tel Aviv, um der dort noch jungen Para-Eishockey-Mannschaft das Wissen rund um den Schlittensport zu vermitteln.

Praxis-Tipps vom Düsseldorfer

„Eishockey in so einem Land zu spielen, in dem es deutlich wärmer ist als in Deutschland, ist schon spannend“, so der 32-Jährige. Zwar waren auch tschechische und slowakische Bundestrainer vor Ort, doch während die vor allem theoretisches Wissen vermittelten, zeigte Jaster ganz praktisch den jungen Israelis die Kniffe und Tricks des Sledge-Hockeys auf dem Eis.

Die israelische Mannschaft ist noch nicht lange dabei und muss sich demnach erstmal Strukturen schaffen, dabei werden sie vom Paralympics-Verband unterstützt. Christian Jaster zeigt sich derweil aber schon mal positiv: „Die vier Trainingseinheiten sind sehr gut gelaufen“, bilanziert er. Organisiert wurde die Reise vom Internationalen Paralympics Komitee und unterstützt vom Außenministerium in Berlin zur Pflege deutsch-israelischer Beziehungen.

Keine Zeit fürs Sightseeing

„Die Zeit war so voller Training und Übung gefüllt, dass in den vier Tagen von Israel eigentlich gar nicht so viel zu sehen war“, so der Sportprofi. Geschuldet war dies auch ein wenig der Sicherheitslage vor Ort: „Eigentlich wollten wir uns noch gemeinsam Jerusalem anschauen, doch davon wurde uns erstmal abgeraten. Zudem waren immer sehr viel bewaffnete Sicherheitskräfte unterwegs.“

Sorgen machte er sich aber nie – im Gegensatz zu seiner Mutter in Düsseldorf, der er regelmäßig ein paar Sprachnachrichten zur Beruhigung zusandte.

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