EG DU

23 Jahre Einsatz für Duisburger Stadtteile mit Problemen

Ein Park zwischen Wohnbebauung und Industrie – für den Grüngürtel hat Maschke viel Kritik einstecken müssen und später viel Lob bekommen.

Foto: Lars Fröhlich

Ein Park zwischen Wohnbebauung und Industrie – für den Grüngürtel hat Maschke viel Kritik einstecken müssen und später viel Lob bekommen. Foto: Lars Fröhlich

Duisburg.  Heiner Maschke ist eigentlich seit ein paar Tagen im Ruhestand. Aber noch macht er weiter als Chef der Entwicklungsgesellschaft Duisburg.

Ein paar Umzugskartons stehen im Büro, aber sonst sieht’s bei Heiner Maschke aus wie immer: nach Arbeit. Zum 30. September ist der Chef der Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EG DU) in den Ruhestand versetzt worden, verbunden mit der Frage, ob er weiter macht, bis ein Nachfolger gefunden ist. Klare Ansage: „Das mache ich gerne.“ Und so ist der Ex-Chef der EG DU nach wie vor Chef der EG DU, und das zumindest bis zum Jahresende.

Ziemlich genau 23 Jahre steht Machke an der Spitze der EG DU, zunächst ab 1994 nebenamtlich als Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Marxloh und zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Bezirksamtsleiter in Hamborn, ab 1999 dann hauptamtlich als Chef der EG DU. „Wir arbeiten in den Bereichen, die es nötig haben“, umreist er die Tätigkeit der Entwicklungsgesellschaft: „Und trotz aller Probleme mit großer Freude.“

Ein Leben lang ein Nordlicht

Und vorwiegend im Duisburger Norden, in Bruckhausen, Marxloh, Laar, aber auch in Hochfeld. „Ich bin mein Leben lang Nordlicht geblieben“, sagt Maschke, der in Walsum aufwuchs, als man noch zum Pollmannkreuz in Marxloh fuhr, um sich einzukleiden. In Walsum wohnt Maschke nach wie vor.

„Man ist so eine Art Feuerwehr“, beschreibt er die Tätigkeit der Entwicklungsgesellschaft, die dort aktiv wird, wo Stadtteile sich zu Problemfällen entwickeln.

Beispiel Marxloh, früher ein prosperierendes Viertel dank Thyssen, dank Bergbau, dank anderer Industrien. Dann Strukturkrisen, Arbeitsplatzverluste, Umweltproblem. „Der klassische deutsche Mittelstand ist weggezogen“, blickt Maschke zurück. Gastarbeiter zogen zu, vor allem Türken. „Und die sind längst zu Marxlohern geworden.“ Haben dazu beigetragen, dass leer stehende Läden wieder genutzt wurden, Mieten wieder stiegen, Kunden aus ganz NRW und darüber hinaus die Hochzeitsmeile ansteuern. Beigetragen hat auch die EG DU, in Marxloh wie in anderen Stadtteilen mit unübersehbaren Problemen. Sprache und Arbeit, hat Maschke gelernt, sind die Voraussetzung für Integration.

Großprojekte Grüngürtel und Rheinpark

„Das wichtigste ist es, die Menschen zu beteiligen“, beschreibt Maschke die EG DU-Instrumentarien. Runde Tische bilden, Gespräche organisieren, Bürger und Politik zusammenführen, Sprachförderung anbieten. Und Fördergelder organisieren, damit Kinderspielplätze angelegt und Schulhöfe erneuert werden. Und Ideen haben wie das Fassadenprogramm, das frische Farbe in die Viertel bringt: Maschke: „Das funktioniert nach wie vor wunderbar.“ Kleinarbeit ist nötig, aber auch „Leuchtturmprojekte“ sind entstanden wie der Kulturbunker in Bruckhausen oder der Medienbunker in Marxloh.

Und zwei Großprojekte sind mit dem Namen EG DU verbunden: der Rheinpark in Hochfeld und der Grüngürtel in Bruckhausen und Marxloh. Der „dickste Brocken“, sei der Grüngürtel in seiner Amtszeit gewesen. 70 Millionen Euro wurden investiert, 120 Häuser abgerissen, die Menschen umgesiedelt und ein Park angelegt zwischen Wohngebieten und Thyssen-Krupp. Viel Prügel habe er dafür zunächst einstecken müssen, und jetzt ernte er viel Lob – auch von den früheren Kritikern.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik