A59

A59-Sperrung - Duisburg investiert fast eine Million für "Umsteiger"

Die Berliner Brücke über dem Hafengebiet in Duisburg-Meiderich: Die Sperrung von Mai bis Oktober wird den Verkehr massiv behindern.

Die Berliner Brücke über dem Hafengebiet in Duisburg-Meiderich: Die Sperrung von Mai bis Oktober wird den Verkehr massiv behindern.

Foto: WAZFotoPool

Duisburg.  Mit der Sperrung der A59 und der Berliner Brücke droht Duisburg ein Verkehrschaos. Um die Behinderungen gering zu halten, sollen Auto-Pendler zur Nutzung des ÖPNVs animiert werden. Doch damit die Verkehrsbetriebe das Plus an Fahrgästen transportieren können, muss die Stadt viel Geld investieren.

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Böses Verkehrschaos auf Duisburgs Straßen in Sicht. Es wird verursacht durch die angekündigte, wechselseitige Sperrung der A59, Berliner Brücke, zwischen Mitte und Nord, im Zeitraum von Mai bis Oktober. Und jetzt, sechs Wochen vor der Kommunalwahl, begeben sich alle Parteien im Rat - mit Ausnahme der FDP - politisch in sichere Deckung:

Sie haben bei der letzten Sitzung des Rates mit festem Blick auf die Kommunalwahl am 25. Mai den Duisburger Verkehrsbetrieben zusätzliches Geld in Höhe von 940.000 Euro zugebilligt. Eine knappe Million, die die DVG bitter benötigen wird, um einen ab Mai gestörten Verkehrsfluss von täglich 40.000 Auto-Pendlern auf der Nord-Süd-Ache halbwegs geordnet auf die Gleise des öffentlichen Personennahverkehrs umzuleiten.

Takt der Straßenbahnlinie 903 verdichten

Dazu soll die DVG den Takt der Straßenbahnlinie 903 von 7,5 Minuten auf 5 Minuten verdichten - es fahren dann zwischen Stadtmitte und Walsum zwölf statt bisher acht Straßenbahnen pro Stunde und Fahrtrichtung.

Damit die Aushilfsbahnen nicht selber auf völlig verstopften Straßen im Stau stehen, wird die DVG auf diesen Strecken Sperrflächen im Gleisbereich errichten – die dann auch von Feuerwehr und Rettungsdiensten benutzt werden dürfen. Alles in allem muss die DVG bis Anfang Mai knapp eine Million Euro aufwenden, um diesen Mehraufwand leisten zu können.

CDU-Vorschlag mit vier Maßnahmen

Ein Preis, den die Ratsparteien gerne bereit sind, zu zahlen. Die CDU hatte gar noch einen eigenen Vorschlag mit vier Maßnahmen eingebracht (Einsatz mobiler Verkehrstafeln, gezielte Halteverbote an Engstellen aussprechen, Park-und-Ride-Parkplätze an der Rhein-Ruhr-Halle einrichten, Plan-Gespräche mit der Bahn führen), der ebenfalls eine breite Mehrheit fand. „Wir wollen alles tun, um das Chaos zu minimieren“, beteuerte SPD-Fraktionschef Herbert Mettler.

OB Link sprach von einer „realistischen Verkehrsplanung“, die die Sicherheit von Feuerwehr und Krankentransporten im Blick habe; seine Verwaltung werde zeitnah die Verkehrslage nach der Sperrung analysieren und die notwendigen Schlüsse ziehen.

Kritik an überplanmäßige Ausgabe der DVG

Wilhelm Bies, Fraktionssprecher der FDP im Rat, kritisierte die überplanmäßige Ausgabe der DVG: „Erst hat man in Duisburg die Straßen systematisch zurückgebaut, jetzt will man die Bürger in Busse und Bahnen zwingen. Eine unverschämte Zumutung. Soll etwa ein Handwerker mit seiner Hilti in die Bahn steigen, um so zum nächsten Kunden zu fahren?“

Wie gesagt, es ist nicht nur ein Stau in Sicht, sondern auch eine Kommunalwahl.

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